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tiefste Thal im Lande, 2700' überm Meer, beträgt 35 Grad; im
Mareb-Tbal, 4000' überm Meer, wechselt die Mittagswärme zwischen
23 und 33 Grad während des Jahres. In den Thälern von 5000' absoluter
Höhe , welche sich allenthalben finden , ist die Mittagshitze
23—30 Grad. Alle Thäler, tiefe wie hohe , haben zuweilen kalte
Nächte. Im Jänner beobachtete ich im Mareb -j-4 Grad, während
die Mittagshitze am gleichen Tage 26 Grad betrug (das hier gebrauchte
Höhenmass ist das Pariser Thermometer-Mass Reauinur).
Die Thäler und ßergplateau’s haben eine sehr verschiedene
Höhe, und diese Höhenverschiedenheiten finden sich fast überall
terrassenförmig nahe an einander, was ein besonderer Vortheil
für den Ackerbau ist, der sich andererseits durch gutes Terrain,
Trachyt und Urthonschiefer, begünstigt findet. — Die geologischen
Verhältnisse dieser weit ausgedehnten, kolossalen und gleichartigen
Gebirgshebung sind sehr einfach. Das Terrain ist fast nur vulcanischer
Natur, das Gestein Trachyt, Eisenthon, Sandstein, Grauwacke,
Urthonschiefer, hie und da Granit und Syenit, und an einigen wenigen
Orten, z. B. in Endata, Kalk, wahrscheinlich letzterer der secundären
Formation angehörend.
Nach den Höhen ist das Gestein fast gleichartig vertheilt: von
7000 bis 14.000', fast überall Trachyt; diese Höhe ist zugleich von
7000 bis 9000' die Region des Weizenbaues; Gerstenbau fängt ebenfalls
von 7000' an und zieht sich wieder bis über 11.000' hinauf. Die
Gerste.ist die am höchsten hinaufcultivirte Getreideart. Die höchsten
Äcker sind zwischen 11.000 und 12.000' absoluter Höhe. Von 5500
bis 7000'Eisenthon, auch Sandstein und Grauwacke, zugleich Region
des Tefbaues. Von 4000 bis 6000' Urthonschiefer; hier ist auch die
Höhenregion des Dagussa- und Maisbaues. Von 3000 bis 5000' Urthonschiefer,
hie und da Granit und Syenit, grösstentheils unbewohntes,
aber an entsprechenden Stellen mit Mais und Dagussa angebautes
Land. Die unbebauten Stellen zeigen, dass diese Höhe die Region
der Terebinthenhölzer und der Mimosen ist; — hier ist Reichthum
an Gummi und Harz. Die obgenannte Getreideart Tef oder auch Täf,
welche ein gemässigtes und gleichartiges Klima verlangt, ist Eragrostis
Abyssinica, die beliebteste Brodnahrung der Abyssinier.
Man bereitet davon gesäuerte, flache, sehr dünne und biegsame Brodkuclien,
eine leicht verdauliche, gutschmeckende, doch wenig kräftige
Nahrung, aber, wie erwähnt, das Lieblingsbrod der Abyssinier,