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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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tiefste  Thal  im  Lande,  2700'  überm  Meer,  beträgt  35  Grad;  im
Mareb-Tbal,  4000'  überm  Meer,  wechselt  die  Mittagswärme  zwischen
23  und  33  Grad  während  des  Jahres.  In  den  Thälern  von  5000'  absoluter ­
  Höhe  ,  welche  sich  allenthalben  finden  ,  ist  die  Mittagshitze
23—30  Grad.  Alle  Thäler,  tiefe  wie  hohe  ,  haben  zuweilen  kalte
Nächte.  Im  Jänner  beobachtete  ich  im  Mareb  -j-4  Grad,  während
die  Mittagshitze  am  gleichen  Tage  26  Grad  betrug  (das  hier  gebrauchte ­
  Höhenmass  ist  das  Pariser  Thermometer-Mass  Reauinur).
Die  Thäler  und  ßergplateau’s  haben  eine  sehr  verschiedene
Höhe,  und  diese  Höhenverschiedenheiten  finden  sich  fast  überall
terrassenförmig  nahe  an  einander,  was  ein  besonderer  Vortheil
für  den  Ackerbau  ist,  der  sich  andererseits  durch  gutes  Terrain,
Trachyt  und  Urthonschiefer,  begünstigt  findet.  —  Die  geologischen
Verhältnisse  dieser  weit  ausgedehnten,  kolossalen  und  gleichartigen
Gebirgshebung  sind  sehr  einfach.  Das  Terrain  ist  fast  nur  vulcanischer
  Natur,  das  Gestein  Trachyt,  Eisenthon,  Sandstein,  Grauwacke,
Urthonschiefer,  hie  und  da  Granit  und  Syenit,  und  an  einigen  wenigen ­
  Orten,  z.  B.  in  Endata,  Kalk,  wahrscheinlich  letzterer  der  secundären
  Formation  angehörend.
Nach  den  Höhen  ist  das  Gestein  fast  gleichartig  vertheilt:  von
7000  bis  14.000',  fast  überall  Trachyt;  diese  Höhe  ist  zugleich  von
7000  bis  9000'  die  Region  des  Weizenbaues;  Gerstenbau  fängt  ebenfalls ­
  von  7000'  an  und  zieht  sich  wieder  bis  über  11.000'  hinauf.  Die
Gerste.ist  die  am  höchsten  hinaufcultivirte  Getreideart.  Die  höchsten
Äcker  sind  zwischen  11.000  und  12.000'  absoluter  Höhe.  Von  5500
bis  7000'Eisenthon,  auch  Sandstein  und  Grauwacke,  zugleich  Region
des  Tefbaues.  Von  4000  bis  6000'  Urthonschiefer;  hier  ist  auch  die
Höhenregion  des  Dagussa-  und  Maisbaues.  Von  3000  bis  5000'  Urthonschiefer, ­
  hie  und  da  Granit  und  Syenit,  grösstentheils  unbewohntes, ­
  aber  an  entsprechenden  Stellen  mit  Mais  und  Dagussa  angebautes
Land.  Die  unbebauten  Stellen  zeigen,  dass  diese  Höhe  die  Region
der  Terebinthenhölzer  und  der  Mimosen  ist;  —  hier  ist  Reichthum
an  Gummi  und  Harz.  Die  obgenannte  Getreideart  Tef  oder  auch  Täf,
welche  ein  gemässigtes  und  gleichartiges  Klima  verlangt,  ist  Eragrostis
  Abyssinica,  die  beliebteste  Brodnahrung  der  Abyssinier.
Man  bereitet  davon  gesäuerte,  flache,  sehr  dünne  und  biegsame  Brodkuclien,
  eine  leicht  verdauliche,  gutschmeckende,  doch  wenig  kräftige ­
  Nahrung,  aber,  wie  erwähnt,  das  Lieblingsbrod  der  Abyssinier,
            
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