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Das Ganze ist trefflich componirt und mit grossem Fleisse ausgeführt.
Sehr wacker gezeichnet und schön gearbeitet sind ferner: a) die
Geburt Christi und im untern Rande des Blattes der bethlehemitische
Kindermord, b) die Sendung des heil. Geistes und darunter die Taufe
Christi, c) die allerh. Dreifaltigkeit, d) das letzte Abendmahl, e) die
Auferstehung. Das Cantional wird im Rathhause der Stadt Trebnitz
sorgfältig verwahrt.
Lateinisches Cantional zu Jungbunzlau.
Ein ungeheuerer Pergamentcodex, dessen Länge 2‘ 2“, die Breite
1 1 6" beträgt. Ueber den Schreiber und Maler dieses Cantionais
findet sich im Buche seihst eben so wenig irgend eine Aufklärung, wie
über den Zeitpunct, in welchem dasselbe zu Stande kam. Die Aehnlichkeit
der Schriftzüge und gewisser typischer Formen der Bilder mit
den Zügen und Formen des Leitmeritzer wie auch des Königgrätzer
Cantionais setzen es aber ausser Zw eifei, dass dieses Buch am Anfänge
des XVl. Jahrhunderts in Böhmen verfertigt wurde. Die Farben
der zahlreichen Miniaturen sind von ausgezeichneter Schönheit
und Frische, das Gold sowohl am Hintergründe der Bilder, als auch
in der Schrift und auf den Musiknoten reichlich aufgetragen. Die
meisten Lichter sind auf die Deckfarben zart aufgelegt; oft vertritt
das Gold die Stelle der Lichtfarbe. Die Arabesken haben zwar nicht
den phantasiereichen Schwung der Luditzer Verzierungen, sind aber
mit grosser Meisterschaft ausgeführt. Vorzüglichen Werth haben die
zahlreichen Figuren in den Randverzierungen, insbesondere die vielen
Engelgestalten der musicirenden Genien, die 14 Brustbilder im
Stammbaume Christi, die mit Recht als Meisterwerke dieser Art bezeichnet
werden müssen, wie auch die vielen Vögel und Thiergestalten,
mit denen das zarte Flechtwerk der Arabesken belebt ist. Die
Bilder in den Versalbuchstaben sind zwar mit ausserordentlichem
Fleisse ausgeführt, aber mehr typisch gehalten und einigermassen
steif, wogegen die zahlreichen Figuren in den breiten Randbändern
ungezwungen und natürlich bewegt erscheinen. Dieser Unterschied
zwischen den Versalbildern und den Randverzierungen ist bei den
meisten Cantionalminiaturen wahrnehmbar. Die Ursache dieser Verschiedenheit
ruht darin, dass bei den Heiligenbildern der Versalien
die Künstler an gewisse Formen und Vorbilder mehr oder weniger
sich banden, wogegen die Randverzierungen einen freien Spielraum