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Prof. Schleicher.
men für die hierher gehörigen, oben aufgezählten Formen des Slawischen.
Es werden nämlich, wie bekannt, im Indogermanischen einzelne
Casussnffixe nicht selten mittelst pronominaler Elemente an den
Stamm gefügt, wie z. B. in der pronominalen Declination mittelst
srna, welches durch seine Anwendung im Slawischen gerade im Dativ
Sing, genau dem ob im Dativ Sing, der Substantiv-Declination
entspricht *); im Deutschen hat sich das pronominale (demonstrative)
Element n, ursprünglich nur gewissen Wortstämmen eigen, zu
einem Flexionselement entwickelt, das die schwache Declination
charakterisirt a ). Im Deutschen gilt n für Substantiva und Adjectiva
in gleicher Weise, im Slawischen theilen sich zwei Pronominalstämme
in dieselbe Function: bei den Substantiven, wo sich übrigens der
Gebrauch des Zwischenlautes auf die Masculina beschränkt, was wir
auf seine Bedeutung zurückzuführen haben, erscheint ß, bei den Adjectiven
das volle Pronomen h. In jenem ß erkennen wir das Hauptelement
des im Slawischen auch als selbstständiges Wort vorkommenden
Pronomen obt*, Oßd, obo; serbisch-illyrisch ovaj, ova,
ovo, altböhm. ov, ova, ovo; poln. öw, owa, owo. Dies Pronomen
findet sich auch in anderen indogermanischen Sprachen wieder:
Zend. -“»* (ava), Altspers. yyy (ava), Neupers.^, im Sansk.
57, Griech. aörög und in anderen Sprachen zeigen sich Spuren desselben
, nur im Iranischen und Slawischen findet es sich als selbstständig
gebrauchtes Pronomen. Dies Pronomen spielt im Slawischen
wie in anderen Sprachen andere Pronominalelemente, in den Wortbildungs-
und Ableitungs-Sylben überhaupt eine hervorragende Rolle,
wozu es die demonstrative Bedeutung befähigt; mit ihm werden Adjectiva
gebildet, Verba abgeleitet, kurz es gehört zu den frequentesten
Wortbildungselementen. In der Declination gerade dies Pronomen
auftreten zu sehen, kann demnach nicht Wunder nehmen.
Dass nach ob im Dativ Sing, h als Casusendung gebracht wird,
scheint mir durch die Analogie der übrigen im Vergleiche zum No-*)
Anwendung von Wortbildungselementen in einzelnen Casus ist mir aus neuindischen
Sprachen erinnerlich aber nicht deutlich genug, um die Beispiele hierher
setzen zu können. Die nöthigen Bücher aber sind mir nicht zur Hand.
®) In der Auffassung der schwachen Declination im Deutschen folge ich Grimm,
der namentlich in seiner Geschichte der deutschen Sprache diese Spracherscheinung
mit der ihm eigenen Meisterschaft dargestellt und erklärt hat.