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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Prof.  Schleicher.

Diese  Zwischensylbe  stellte  DobroAvsky  und  nach  ihm  viele
ganz  auf  gleiche  Linie  mit  den  anderen  gegen  den  Nominativ  Sing,
verlängert  erscheinenden  Casusformen.  So  sagt  er  in  den  institutt.
pars.  II,  cap.  I,  §.4,  pg.  465:  casus  formantur  2.  augmenta
quaedam  inserendo.  Assumunt  autem  Masculina  ob,  fß.  Neutra
ch,  at,  cc.  Feminina  cp.
Bopp  in  der  vergl.  Gramm,  erklärt  sie  für  Gunasteigerung  von
y;  synov  aus  dem  vorauszusetzenden  syny  (y—  skrt  u),  ognev-i
aus  OGNJY  u.  s.  w.,  er  nimmt  Stämme  auf  y  (u)  an,  aus  denen  sich
dann  leicht  jener  Zwischenlaut  entwickelt.  Dieselbe  Ansicht  hat  im
Wesentlichen  Miklosieh,  der  jene  Sylbe  aus  der  Steigerung  von
v
'k  hervorgehen  lässt  s.  o.  ebenso  Safarik  staroc.  mluvn.  §  31:
„koncovka  ov,  ev  (im  Gen.  Plur.):  bohöv,  otcev,  vlastne  a  puvodne
jen  jistym  slovüm,  majfcim  ji  jiz  ve  kmenu  ve  forme  u,  pristojnä  a
ve  vsech  pädech  uzivanä.”
Dieser  scharfsinnigen  und  die  vorliegende  Spracherscheinung
in  so  genaue  Parallele  zu  den  verwandten  Sprachen  stellenden  Erklärung ­
  gegenüber  drängen  sich  mir  doch  folgende  Bedenken  auf.
Es  ist  unerhört  in  der  Geschichte  der  Sprachen,  dass  eine  so
verschwindend  kleine  Anzahl,  wie  die  der  substantivischen  u-Stämme
im  Slawischen,  für  eine  ungeheure  Masse,  wie  die  der  a-Stämme,  die
Analogie  abgebe,  dagegen  steht  der  entgegengesetzte  Vorgang  in
vollem  Einklänge  mit  der  sprachgesehichtlichen  Erfahrung.  Als  echte
unzweifelhafte  Beispiele  sind  mir  nur  wenige  bekannt,  etwa  np r k\"'k
lit.  virszus;  mc^Ti  lit.  medüs  HU;  ockATi  goth.  asilus;  ctj.ih’K  lit.
sunus,  goth.  sunus,  Tp^rk  lit.  türgus;  Tp'kN'k  goth.  thaurnus,
kann  gegen  lit.  namas  (für  damas)  äo/zog  ved.  wegen  des
schwankenden  domus  nicht  als  u-Stamm  gerechnet  werden;  solcher
zweifelhafter  gibt  es  noch  einige.  Bei  Adjectiven  tritt  aber  -ob-,  -cknie
  ein,  Avarum,  Averden  wir  später  sehen.  Für  die  weichen  wie
KOynkUk  üt.  küpczius  u.  a.  ist  aber  trotz  des  litauischen  kein
ursprünglicher  u-Stamm  anzunehmen,  da  sie  den  Stämmen  auf
skr.  -ja,  lat.  -iu,  griech.  -to  entsprechen  und  auch  im  Litauischen
nur  im  Sing,  und  Dual  unursprünglicherweise  nach  der  u-Declination
gehen,  im  Plural  aber  die  Declination  der  a-Stämme  beibehalten
haben.  Mag  man  auch  noch  mehr  substantivische  u-Stämme  auftreiben, ­
  so  Avird  ihre  Anzahl  immer  eine  so  kleine  sein,  dass  es  undenkbar ­
  erscheint,  Avie  diese  Avenigen  Formen  die  grosse  Masse  mit
            
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