Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

lieber  v  vor  den  Casusendungen  im  Slawischen.

195

chung  dieses  Punktes  von  Wichtigkeit.  Oh  es  mir  gelingen  dürfte
eine  befriedigendere  Erklärung  zu  geben,  bezweifle  ich  mehr  als
dass  sich  die  Bedenken  gegen  die  bisherige  Auffassung  als  gegründet
heraussteilen  werden.
Als  Grundlage  meiner  Untersuchung  nehme  ich  die  Darstellung
der  in  Rede  stehenden  Spracherscheinung,  wie  sie  für  das  Kirchenslawische, ­
  Russische,  Serbisch-Illyrische,  Alt-  und  Neuböhmische,
Polnische,  auf  welche  Hauptdialekte  ich  mich  beschränken  zu  dürfen
glaube,  in  den  besten  grammatischen  Werken  vorliegt.  Ich  lasse  die
von  mir  angezogenen  Gewährsmänner  hier  mit  ihren  eigenen  Worten
reden:  würde  ich  selbst  das  Bild  jener  Spracherscheinung  entwerfen,
so  könnte  leicht  meine  Ansicht  auf  dasselbe  unbemerkt  Einfluss
nehmen  oder  mich  doch  leicht  der  Verdacht  treffen,  meiner  Auffassungsart
  zu  Liebe  einzelne  Züge  jenes  Bildes  zu  scharf  markirt,
andere  verwischt  zu  haben.
Kirchen-Slawisch.  Miklosich,  Formenlehre  der  altslovenischen
  Sprache  pag.  2  „im  Sing.  dat.  und  in  allen  Endungen  des
Plurals,  ohne  Zweifel  auch  des  Duals,  erscheint  häufig,  vorzüglich  bei
einsylbigen  Substantiven,  zwischen  dem  Thema  und  dem  Casussuflix
die  Sylbe  ok,  welche  als  euphonische  Stellvertreterin  des  Tv  angesehen
werden  muss.  Im  Dual  kann  ich  die  Sylbe  OB  nur  durch  ein  Beispiel:
C'kiNOROy’  *)  belegen,  was  daher  kommen  dürfte,  dass  der  Dual  nicht
so  gar  häufig  ist,”  ebend.  „Sing.  Dat.  Nach  ob  ist  das  Casussuffix  H
nicht  oy:  OBoy  kommt  nie  vor:  EoroRH  cod.  sup.  ant.  glag.  cloz.  3 )
13S,  908;  neben  coroy  glag.  cloz.  298,  MHpoßH  neben  MHpoy,
CKINORH,  TpOyAOßH,  AP <> V TOßH 5  BparOBH,  AIvBOBH,  B'fccOBH,
•irtOB'kKOBH,  rocnoAHNOBH,  npaBbABHHKOBH  ant.  hark;
selten  ist  a^mobtv  prol.  86,  es  heisst  domum,  ou«Ss  3 );  aus  obh
st,  so  scheint  es,  OB'K  und  daraus  oy  hervorgegangen;  häufig  ist
obh  bei  fremden  Wörtern  :  nonOBH,  HCoycoßH  ,  Hpo^OBH,  iifTpOßH,
(ldBAOBH,  ÜHAATORH  ,  HOANORH,  THTOBH  ,  HOCHFORM  ,  d^UMORH,
VPHCTOBH,  apYHTpHKAHHOBH.”
*)  Findet  sich  auch  in  den  rpaMMaTH'iecitin  iipannua  /,u  Vostokovs  Ostromirmit
der  Bemerkug  o^HaHC^M  BCTpinaeTea,  fehlt  aber  im  Wörterverzeichnisse.
2 )  Die  Abkürzungen  zur  Bezeichung  der  Quellen  behalte  ich  hier  wie  im  Folgenden ­
  unverändert  bei.  Dem  Kenner  der  betreffenden  Literatur  sind  sie  verständlich, ­
  für  den  Nichtkenner  aber  auch  die  volle  Bezeichnung  ohne  Nutzen.
3 )  Eben  desswegen  nicht  nothwendig  ein  Dativ.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  VITT.  Bd.  II.  Hft.

13
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.