Zur Charakteristik des heil. Justinus etc.
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Christen an den Tag legten, ihrer strafbaren Unwissenheit sich entledigen
könnten *).
Sicher sind Justin’s halieutischen und apologetisch-polemischen
Bestrebungen in Wort und Schrift von gutem Erfolge begleitet gewesen.
Daher erklärt sich die ausgezeichnete Anerkennung, welche
er in der Kirche fand. Schon von Tatianus wurde er als ö 3caip.cccnürxros
gepriesen, und von Tertullianus unter die viri sanctitate et
praestantia insignes gezählt 3 ). Frühzeitig erhielt er in der Kirche 3 )
das Prädicat „des Philosophen und Märtyrers,” weil er nach seiner
Wanderung durch die hellenischen Philosophenschulen im Christenthume
die einzige und alleinbeseligende Philosophie fand, sie mit
begeisterter Liebe verkündigte, und selbst der irdischen Güter
grösstes für sie opferte. Kirchliche Schriftsteller der nächstfolgenden
Zeit, besonders Irenäus und Tertullianus, schlossen sich
ihm oft an in wörtlicher Entlehnung von Stellen aus seinen Schriften.
Noch Spätere, wie Eusebius, muntern zum Studium dieser Schriften
auf. Justinus war einer der gelehrtesten Männer seiner Zeit:
Ko}.vp.x^£ix re xxi iarop'iwv nepippe6p.evo( nlovrtp — sagt Photius 4 ).
Er hatte die hellenische Literatur kennen gelernt; mehrmals überträgt
er in seine Schriften Stücke von dorther, vorzüglich aus Platon.
Sehr betraut war er mit den Büchern des alten Testaments, welche
er nach damaligem Brauche lediglich in der griechischen, auch als
inspirirt geltenden, Übersetzung las. Einige Irrthümer und Ungenauigkeiten,
besonders historischer Art, dürfen wir ihm nicht zu
hoch anrechnen 5 ); dergleichen linden sich auch bei anderen
Schriftstellern, wie die Erzählung von der griechischen Übersetzung
des alten Testamentes 8 ). Die Darstellung in seinen (anerkannt
echten) Schriften, den beiden Apologien und dem Dialoge mit
Tryphon, ist schmucklos. Er spricht in ihnen die Sprache des
1 j Ich erkläre mich entschieden gegen die Hypothese Boll’s (IUgen’s Zeitschr.
f. d. histor. Theol. 1842. II. 3. S. 3 ff.)< beide Apologien hätten ursprünglich
nur eine einzige gebildet. Vgl. Leipz. Repertor. d. deutsch, und ausländ. Literatur
1852. N. 4. S. 197 ff.
a ) Tatianus Or. ad Gr. c. 18. Tertullianus adv. Valent, c. 5,
3 ) Dafür zeugt Tertullianus I. c.
4 ) Biblioth. cod. 125.
5 ) Apol. I. cc. 26. 31. 42. 62. Dial. c. Tr. cc. 34. 86.
“) Apol. I. c. 31 ; vgl. Cohort. ad Gentt. c. 13. — Dial. c. Tr. c. 131,