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Prof. Joh. Wocei.
Die Kirche zu Mohelnic an der Iser, Jiciner Kreis, Bezirkshauptmannschaft
Jungbunzlau. Das Innere dieser, im Rundbogenstyle
erbauten Kirche, misst im Lichten 30' in der Länge, IS' in der
Breite. Die stark verbaute Empore an der Westseite wird von zwei
Rundbogen, die auf Wandpfeilern und einer mit byzantinischem Capital
gekrönten Säule aufruhen, gestützt. Das Portal ist durch eine, in
neuerer Zeit angebaute Vorhalle verdeckt. Die charakteristische Würfelreihe
und Rundbogenzier ist sowohl am Friese des Kirchenschiffes
als auch am halbrunden Presbyterium sichtbar. Leider ist das Letztere
durch eine darangebaute Sacristei grösstentheils versteckt. Der
an die Westseite der Kirche sich anschliessende massive Thurm ist
bis auf das moderne Dach in seiner ursprünglichen Form erhalten.
Die Fensteröffnungen im obern Theile desselben sind durch byzantinische
Säulchen in zwei, vom Rundbogen überhöhte Abtheilungen
geschieden. Unter jeder dieser Fensteröffnungen befindet sich noch
ein schmales Rundbogenfenster; die Mitte des Thurmes ist von einer
schmalen Rundbogenbordüre eingefasst.
Wiewohl dieses Kirchlein nicht zu den in künstlerischer Hinsicht
ausgezeichneten Gebäuden dieser Art gehört, so verdient es
doch besonders des wohlerhaltenen Thurmes wegen Beachtung. Es
wäre daher sehr zu bedauern, wenn diese Kirche, wie beabsichtigt
wird, umgebaut und ihr ursprünglicher Typus vernichtet werden
würde. Sollte eine Vergrössung derselben nothwendig sein, so müsste
sie mit Umsicht und Sachkenntnis vorgenommen werden. Das Vermögen
dieser Kirche ist sehr bedeutend. Patron derselben ist der Besitzer
von Miinchengrätz, Se. Excellenz Graf v. Waldstein.
Die Kirche zu Ilolubitz (Holubice), bei Tursko im Prager
Kreise. Dieses Dorfkirchlein hat zwar keine architektonischen Ornamente,
ist aber durch seine eigenthiimliche Bauart merkwürdig. Es
ist eine Rotunde, aus welcher östlich das Presbyterium in einem Kreisbogen,
der beinahe a / 3 der Peripherie beträgt, hervortritt; an die Südseite
der Rotunde sehliesst sich eine eben so stark vorragende Rundcapelle
und an die Nordseite die viereckige Sacristei an. Ein laternförmiges
Thürmehen krönt den mittleren Rundbau; an der Westseite
ist ein gothischer Thurm, der Bauart nach aus dem XV. Jahrhundert
angebaut. Bloss die Aussenseite des Presbyteriums ist durch 3 w'eitgeöffnete
von schmalen Wandsäulen gestützte Rundbogen belebt.
Die drei Fenster des Presbyteriums sind gothisch und wurden an die