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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Ein  spanisches  t’rohnleichnamsspiel  vom  Todtentanz.

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sollende,  mit  der  Handlung  in  gar  keiner  Verbindung  stehende  Scene
zwischen  dem  Tölpel,  der  Blutwürste  zu  Markte  trägt,  und  dem  Alguacil,
  der  durchaus  ihre  Sauberkeit  in  Zweifel  ziehen  will,  eigentlich ­
  aber  es  auf  ein  Geschenk  abgesehen  hat;  unter  Drohungen  entfernt ­
  sich  endlich  der  Alguacil,  und  der  Tölpel  stösst  auf  die  beiden
Gauner,  die  ihr  Liebesabenteuer  auszubeuten  kommen,  erkennt  sie
als  die  Schinkendiebe,  wird  aber  von  ihnen  durch  ein  Trinkgeld  beschwichtiget ­
  und  bewogen,  den  Platz  zu  räumen.  Unterdess  sind  die
Beiden  von  ihren  Schönen  gesehen,  erkannt  und  eingeladen  worden,
das  Nachtmahl  bei  ihnen  einzunehmen.  Salamantina  vergisst  sehr
schnell  über  den  Liebesbetheurungen  des  Studenten  die  Lehren  ihres
Vaters,  und  nachdem  er  ihr  die  Ehe  versprochen,  ist  sie  bereit,  mit
ihm  zu  entfliehen.  Nun  glauben  sich  die  Gauner  am  Ziel  ihrer
Wünsche,  denn,  was  für  sie  die  Hauptsache,  ein  Sack  Geld,  Salamantina’s
  mütterliches  Erbtheil  enthaltend,  soll  auch  mitgenommen
Averden,  und  schon  hat  sich  der  Student  damit  beladen.  Da  tritt  ihnen
ein  unwillkommener  Bote  vom  Vater,  der  Hirt,  unter  der  HausschAvelle
entgegen,  erkennt  die  Mädchen,  und  Verrath  witternd  sucht  er  die
Flucht  zu  hindern;  umsonst  suchen  ihn  die  Weiber  zu  besclrwiclitigen,
die  Männer  durch  Drohen  einzuschüchtern;  und  als  Soriano  mit  dem
geAviehtigsten  Argument,  mit  Prügeln,  ihn  zur  Raison  bringen  will,  ruft
er  die  Häscher  zu  Hülfe.  Auch  gegen  den  herbeigeeilten  Alguacil
und  seine  Diener  setzten  sich  die  Gauner  zur  Wehre,  und  es  gelingt
ihnen,  mit  dem  Geldsack  zu  entfliehen;  die  beiden  Schönen  aber  benützen ­
  die  Verwirrung  des  Streites,  sich  "wieder  in  ihre  Behausung
zurückzuziehen,  und  als  der  Hirte,  dessen  Behauptung,  die  Ertappten
seien  seine  Herrinn  und  deren  Zofe  geAvesen,  der  Alguacil  ohnehin
Avenig  Glauben  beimisst,  auf  dessen  Geheiss  Einlass  begehrt,  stellt
sich  die  Zofe  Avie  vom  Schlafe  aufgeschreckt  und  betheuert,  sie  seien
schon  vor  ein  paar  Stunden  zu  Bette  gegangen,  so  dass  der  Alguacil,
von  ihrer  Unschuld  überzeugt,  sich  entfernt;  der  Hirte  aber,  endlich
eingelassen,  zu  schweigen  verspricht,  Avenn  Teresa  ihm  zu  V\  illen
sein  wolle;  mit  ihrer  ausweichenden  Erwiederung:  pensare  sobre
ello,  schliesst  die  vierte  Jornada.  Die  fünfte  eröffnen  die  beiden  Gauner, ­
  die,  ganz  zufrieden  mit  diesem  Erfolge,  den  erbeuteten  Sack  mit
Geld  theilen  und  ihr  GeAvissen  beruhigen,  indem  der  Student  in  Bezug ­
  auf  das  gegebene  Eheversprechen  ganz  casuistisch  also  argumentirt:

            
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