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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Ein  spanisches  Ft'olinleichnamsspiel  vom  Todtentanz.  123
lischcn  Liebe,  welches  wohl  auch  von  einem  Freunde  des  Verfassers
herrühren  konnte;  während  in  dem  Exemplar  der  k.  k.  Hofbibliothek
von  der  Ausgabe:  Holeho,  cit  cdfa  DcAVrtiaiihc  he  fciifa(£aH)aliiia  ...
fll  pvimevo  hta  hcl  Ute*  he  !1T<u*fo.  Üno  he  1548,  auf  der  Rückseite ­
  des  vorlezten  Blattes  sich  ein  Epilog  findet,  der,  was  wohl
zu  bemerken,  allerdings  in  der  Ausgabe  von  1547  noch  fehlt,  und
der  wohl  zu  der  Annahme  berechtiget,  dass  der  auch  sonst  bekannte
Dichter  und  Verfasser  des  Ritterromans  P  a  1  m  e  ri  u  de  I  n  gl  a  t  e  r  r  a,
Luis  Hurtado  de  Toledo  (vgl.  über  ihn  und  diese  Ausgabe  der
Policiana,  meine  Abhandlung  über  die  Prager  Romanzensammlung,
S.  125)  auch  der  Verfasser  dieser  „Tragedia”  gewesen  sei.  Um
diese  von  mir  (a.  a.  0.)  aufgestellte  Behauptung  zu  rechtfertigen,
will  ich  den  Epilog  nach  dem  Exemplar  der  hiesigen  Hofbibliothek
ganz  hiehersetzen:
Luis  Hurtado  al  Lecior.
Lector,  desseoso  de  Claras  sentencias,
aqui  debuxa  la  madre  Claudina
debaxo  de  gracias  sabrosa  doctrina,
para  guardar  de  mal  las  conciencias:
veräs  los  auisos  de  mil  excelencias
que  ä  los  virtuosos  son  claro  dccliado:
y  si  su  autor  se  liaze  callado  1 ),
es  por  el  vulgo,  tan  falto  de  ciencias.
Y  pues  que  sant  Pablo,  claro  doctor,
nos  da  por  auiso,  que  toda  escritura
es  saludable,  teniendo  gran  cura,
que  della  s’escojga  lo  santa  (sic)  y  mejor:
bien  me  paresce,  que  en  casos  de  amor
vaya  mezclado  auiso  con  eilos,
por  que  se  halle  remedio  de  aquellos
que  hazen  al  liombre  mortal  pecador.
Solo  dire  la  leigas  notando
lo  prouechoso  que  en  ella  es  hallado,
por  que  lo  malo,  siendo  mirado,

*)  D.  i.  wohl  nur  in  so  weit  „sich  verschwiegen  als  er  sich,  wie  bemerkt,
in  der  ersten  Ausgabe  noch  gar  nicht  zu  erkennen  gegeben  und  auch  in
dieser  sichnichlaufdem  Titel  genannt  hat;  denn  dieser  Epilog,  besonders  dessen ­
  letzte  Strophe  scheinen  doch  kaum  einen  Zweifel  übrig  zu  lassen,  dass
der  Schreiber  desselben  auch  der  Verfasser  des  Werkes  sei!  —
            
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