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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

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Ferdinand  Wolf.

keit  und  Grösse  gelegt  wurden;  indem  es  aus  dem  engeren  Kreis
der  Kirche  und  aus  seiner  Abhängigkeit  von  der  Liturgie  auf  den
„lauten  Markt”  unter  das  Volk  hinaustrat  und  mit  mehr  Selbstständigkeit ­
  sich  zur  Volksbühne  gestaltete.  Es  liegt  in  der  Natur  der
Sache,  dass  solche  für  das  Volk  geschriebene  und  von  dem  Volke
dargestellte  Stücke  von  geringerem  Umfange,  gleich  den  fliegenden
Blättern  durch  Verbrauch  und  Nichtbeachtung  dem  Verderben
preisgegeben,  sich  in  nur  sehr  geringer  Anzahl  erhalten  haben;
und  selbst  die  gelehrtesten  und  umsichtsvollsten  Geschichtsschreiber
des  spanischen  Dramas,  von  Schack  und  Ticknor,  die  das
reichste  Material  mit  grossem  Eifer  zusammenzubringen  suchten,
haben  sich  mit  der  Autopsie  von  ein  paar  solchen  Stücken,  mit  spärlichen ­
  Notizen  von  da  und  dort  zerstreuten  ihnen  unzugänglich  gebliebenen ­
  ähnlichen  Seltenheiten,  und  mit  Vermuthungen  und  Schlüssen ­
  auf  grösseren  einst  vorhanden  gewesenen  Reichthum  begnügen
müssen 1 ).  Um  so  kostbarer  und  merkwürdiger  ist  der  erwähnte
’)  Vgl.  v.  Schack,  Gesch.  d.  dramat.  LU.  und  Kunst  in  Spanien.  Bd.  I.
S.  195,  203  —  205,  wo  er  sagt:  „Die  gegenwärtig  noch  vorhandenen
Stücke  der  letztgenannten  Art  aus  der  Zeit  vor  1550  sind  unstreitig  nur
ein  sehr  geringer  Theil  des  ursprünglichen  Vorrathes.  Man  kann  daher ­
  zweifeln,  ob  von  diesen  Resten  ein  Schluss  auf  die  ganze  Gattung
erlaubt  sei.”  —  Auch  Ticknor,  Geschichte  der  spanischen  Literatur,
ins  Deutsche  übersetzt  von  N.  H.  Julius,  Leipzig  1852,  8.,  Th.  I,
S.  444  —  447,  kennt  nur  sieben  solcher  Stücke  aus  Autopsie,  die  sich,
in  einen  Band  zusammengebunden,  im  Besitze  des  berühmten  Bibliophilen
Henri  Ternaux-Oompans  befanden.  —  Ebenda,  S.  444,  Anm.  3,  habe
ich  auf  einen  ähnlichen  Sammelband  in  der  Bib  1  iotheca  Heberiana
hingewiesen.—Als  einen  Beweis  von  der  ausserordentlichen  Seltenheit  solcher ­
  Stücke  kann  man  auch  ansehen,  dass  die  k.  k.  Hofbibliothek,  —  die,  wie
Herr  Baron  von  Münch  in  seiner  unlängst  erst  hier  vorgelegten  Abhandlung ­
  :  „Ueber  die  älteren  Sammlungen  spanischer  Dramen,”  nachgewiesen
hat,  unter  die  im  Fache  des  spanischen  Dramas  reichsten  Bibliotheken
der  Welt  gehört,  —  von  Stücken  der  Art  aus  der  ersten  Hälfte  des  16.
Jahrhunderts  nur  ein  Paar  hat,  nämlich,  so  viel  mir  bewusst,  nur  die
beiden  nachstellenden  allerdings  sehr  merkwürdigen  und  fast  ganz  unbekannten ­
  :
1.  ©glojjß  mmmmente  trcba&ß  por  -Ämtßitöo  öe  p<ingu«s,
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