Ueber die Geisterlehre der Moslimen.
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liehen Teufel, welcher Omm efs-fsihjan, d. i. Mutter der Knaben,
heisst. Der Glauben der Moslimen an die Kraft solcher Verträge,
erhellet aus besonderen Werken, die darüber bestehen. In die Classe
solcher Werke gehört auch das persische in der Bibliothek des Joanneums
zu Gratz, dessen Anfang und Ende fehlt, auf dessen Einband
aber: Gemälde geistiger Arzney steht, was vielleicht der Titel
desselben. Darin erscheinen zwei und siebzig Teufel und Engel vor
Salomon, der auf dem Throne sitzt und dieselben zwingt, ihm die
Talismane und Amulete wider eben so viele Krankheiten anzusagen,
jeder dieser Daimone hat eine phantastische Gestalt und willkürlichen
Namen. Ethisch und psychologisch ist von der höchsten Merkwürdigkeit
der Glauben des Moslims an die Kraft geschriebener Verträge
und der Aberglauben Lord Byron’s an die Abschrift eines solchen, die
er um den Hals trug. Wiewohl Salomon durch den Koran als Herrscher
der Menschen und Daimonen beglaubigt ist und durch seine
Macht die letzten, Verträge einzugehen zwingen kann, so sind sie doch
nur durch ihr schriftliches Wort gebunden von der Qual der Menschen
abzustehen. Das Amulet ist halb türkisch, halb arabisch, die
Erzählung des Gespräches mit Salomon türkisch, der Vertrag selbst,
der aus Koranstexten, Gebeten und Zufluchtsformeln besteht, arabisch,
die Gebete sind die Adams, No es, Jobs, Jonas, Abrahams; der
Inhaber dieses Amuletes Ibrahim der Sohn Mustafa’s i. J. der Hidschret
1166 (1763). Schwerlich war Lord Byron mit dem Inhalte dieses
seines Amuletes vollkommen bekannt, aber dass er es trug beweiset
seinen Aberglauben an diesen Vertrag Salomon’s mit dem Teufel, kraft
dessen dieser dem Träger nichts Böses anhaben kann. Die Daimonologie
der Moslimen ist, wie aus dieser Abhandlung ersichtlich, schon
grösstentheils vor' dem Islam da gewesen und die wenig bekannte
Mythologie der alten Araber war eine weit ausgebreitete. Beweis genug
ist das halbe Hundert ihrer Idole, wovon jedes besondere Namen und
besondere Geschichte hatte. Herr Renan (im Decemberhefte der
Reime desdeux mondes) hat also eben so Unrecht die Mythologie
der alten Araber vor dem Islam zu läugnen, als zu behaupten, dass
Mohammed seine Sendung durch keine Wunder habe beglaubigen
wollen.