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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 8. Band, (Jahrgang 1852)

Habsburgische  Excurse.

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Seine  Sorgfalt  erstreckte  sich  auf  das  Einzelne  des  dort  gefeierten
Gottesdienstes,  so  ordnete  er  an,  dass  (wie  in  Laibach)  das  zu  den
Kranken  von  der  St.  Ulrichskirche  aus  getragene  heil.  Altarssacrament
von  4  Knaben  begleitet  werde  (in  Chorröcken  und  Gugeln  mit  brennenden ­
  Kerzen  und  Gesang),  wie  es  auch  in  der  Frauenkirche  (zu
Neustadt)  gewöhnlich  ist.  Er  wies  zur  Entschädigung  jährlich  4  Pf.
Pfennige  aus  seinen  Aemtern  an  (Revers  des  Collegiatstiftes  vom
24.  August  1448,  siehe  Regesten  I,  Nr.  2468).
Am  19.  September  1448  tritt  die  Propstei  die  2  Mühlen  an  der
Fisclia,  welche  ihr  in  der  Dotation  waren  gegeben  worden,  wieder
dem  Könige  ab,  weil  dieselben  wegen  Raufälligkeit  wenig  Ertrag
gaben;  König  Friedrich  wies  ihr  dafür  einstweilen  jährlich  38  Pf.
Pfennige  von  der  Salzmauth  zu  Aussee  an  (s.  Regesten  I,  Nr.  2484).
Eine  zu  gleicher  Zeit  vom  König  Friedrich  ins  Leben  gerufene
Stiftung  zu  Neustadt,  die  eines  Cistereienserklosters,  beschäftigte  ihn
noch  mehr.
Um  dem  zu  gründenden  Kloster  einen  passenden  Platz  anzuweisen, ­
  mussten  weitläufige  Anstalten  getroffen  werden,  ein  Nonnenkloster ­
  zu  St.  Peter  in  der  Sperr  (Ad  S.  Petrum  in  catenis,  Petri
Kettenfeier,  1.  August,  nicht  aber  wie  es  in  der  kirchlichen  Topographie ­
  Rd.  12,  S.  59  heisst:  „von  ihrer  nahen  Lage  am  Wienerthore”),
wurde  aufgehoben  (die  Nonnen  wurden  in  andere  Klöster  ihres  Ordens
—  Dominikanerinnen  —  vertheilt),  weil  es  nicht  im  Stande  war,
sich  seihst  von  seinem  Verfalle  (an  Gebäuden  und  Wirthschaft)  zu
restauriren;  an  die  Stelle  der  Klosterfrauen  wurden  die  Dominikaner
versetzt  (am  1,  Jänner  1444  gab  der  General  des  Dominikaner-Ordens
  dazu  seine  Einwilligung,  siehe  Regesten  I,  Nr.  1585).  —
Das  Dominikanerkloster  erhält  als  Schadloshaltung  die  Freiheit,
jährlich  7^4  Fass  Wein  zu  Neustadt  ungeldfrei  ausschänken  zu
dürfen  (2.  Jänner  1443,  Archiv  des  Finanzminist.  Ms.  Nr.  44,
fol.  59).  —  In  dem  bisherigen  Dominikanerkloster  aber  wurden
Cistercienser  gestiftet  (Stiftbrief  vom  selben  Tage,  wie  der  der  Collegiatkirche,
  5.  April  1444,  siehe  Regesten  I,  Nr.  1618,  vgl.  kirchl.
Topographie,  Rd.XIII,  S.  1—175)  *);  die  ersten  Mönche,  12  an  der

1 J  Die  Einwilligung  zur  Stiftung  hatte  der  Abt  von  Cisleaux,  als  Cistercienser
Vaterabt,  bereits  am  19.  Jänner  1443  gegeben,  s.  Regesten  I,  Nr.  1359.  Er
dankte  lebhaft  für  die  gute  Gesinnung  und  Geneigtheit  des  Königs  gegen  den
            
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