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niemals eine ähnliche Stellung besass, wie sie clie obersten
Stadtbeamten der Reichsstädte bereits seit dein Anfang des
14. Jahrhunderts hatten.
So lässt sich denn zum Schlüsse mit voller Beruhigung
sagen, dass durch Herzog Albrecht I. eine der folgenreichsten
und durchgreifendsten Veränderungen in dem Leben Wiens herbeigeführt
worden ist; und nichts wäre irriger, als wenn man
behaupten wollte, dass die von Kaiser Friedrich II. und König-Rudolf
angebahnte Entwicklung Bestand gehabt hätte. Vielmehr
wurde sie in das gerade Gegentheil umgewandelt und eben
durch diesen Umstand bietet die Stadtgeschichte von Wien
die Gelegenheit, den begrifflichen Unterschied, der zwischen
Reichsstädten und Landstädten festgehalten werden muss, an
einem und demselben Beispiel zu zeigen, während man in den
anderen Fällen meist verschiedene Gemeinwesen und Entwicklungen
vergleichend neben einander stellen musste, um zur
Ueberzeugung zu gelangen, dass auf diesen Wegen sehr verschiedene
Resultate erreicht worden sind.
Wollte man in letzterer Hinsicht die Gedanken noch
weiter fortspinnen, die sich an die nachgewiesenen Unterschiede
der Städte anschliessen, so wäre es sehr verlockend,
einen Excurs auf das Gebiet der ökonomischen und Culturverhältnisse
zu machen, doch dürfte hier nicht der geeignete
Platz zu einer genauen Untersuchung des Gegenstandes sein,
welche wir daher lieber für eine andere Gelegenheit sparen
müssen. Nur einiges mag man mit Rücksicht auf Wien zu
sagen gestatten. Dasselbe ist bereits im 14. und 15. Jahrhundert
als eine ausserordentlich blühende Stadt gerühmt, mit
welcher sich die Reichsstädte, wie Augsburg, Nürnberg, kaum
messen könnten. Von den Besitzverhältnissen der Bürgerschaft,
welche ausgedehnte Weinbergrechte und sehr viel
Grundeigenthum hatte, und von der günstigen Lage der Stadt
für Handel und Verkehr abgesehen, wird man in dem starken
Friedensschutz, welchen eine so gewaltige landesherrliche Macht
zu verleihen im Stande war, ein wesentliches Moment des
Aufblühens der materiellen Verhältnisse erblicken können. Die
österreichischen Städte wurden durch keine Fehden und Kriege
belästigt, wie die Reichsstädte. Jahrhunderte lang sah Wien
keinen Feind vor seinen Mauern. In dem weiten Gebiet, welches