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Meerweibern wird Auskunft über die Ueberfahrt über den
Strom, von dem Fergen diese selbst, von Eckewart, wie harmlos
die Erzählung dies auch gestaltet, der Eintritt in die Mark,
die er hütet, gefordert; die Meerweiber und Eckewart warnen
vor weiterem Vordringen, der Ferge wehrt es. Ueberall handelt
es sich also um ein gewaltthätiges Eindringen in ein abgeschlossenes,
gehütetes Gebiet; jedesmal wird es durch List
oder Gewalt, Raub der Kleider und des Schwertes können
als beides aufgefasst werden, ertrotzt. Haben wir demnach
Varianten einer Sage, so handelt es sich darum zu bestimmen,
welche die älteste, welche zuletzt eingedrungen und wie dieselben
mit einander verknüpft worden sind.
Integrierender Bestandtheil der Nibelungensage ist nur die
Warnung durch Eckewart, der aber hier wie in Riideger’s Dienst,
so auch nur als eine Function desselben erscheint, denn in dem
Klimax der Warnungen, im Liede: Ute, Meerweiber, Eckewart,
in der Sage ursprünglich Ute, Rumolt, ein Genosse der Kriernliild,
entweder Eckewart oder Rüdeger oder Dietrich, gebührt
diese Stelle dem Rüdeger; das beweist der Umstand, dass hier
die Warnung erfolgt im Dienste, d. h. ja wohl im Aufträge,
nicht etwa aus spontaner Dankbarkeit Eckewart’s, die schlecht
zu der Erinnerung an Siegfried stimmen würde, und dass in
der Thidrekssaga Rüdeger’s Gattin mit Worten warnt, die im
Nibelungenliede Dietrich in den Mund gelegt sind (c. 369 =
1662, 4); jenes offenbar nach alter, guter Ueberlieferung, da
nach ihrer hochdeutschen Quelle die Saga Dietrich’s Worte,
auf diese Weise müssig, wenig später c. 375 wiederbringt.
Alle Fäden laufen also in Rüdeger zusammen, dem somit dieser
Platz gebührt; dass Dietrich an seine Stelle trat, geschah erst,
als oder weil er gegenüber dem naiv vertrauenden Rüdeger den
vorschauenden, vorsichtig und bedächtig erwägenden König darstellen
sollte, aus x - ein ethischen Motiven. Die beiden letzten
Spuren, ganz verschieden und jede selbständig beglaubigt, Eckewart’s
Warnung in Rüdeger’s Dienste und die der durchaus
unselbständigen Gotelinde mit Worten, die wiederholt werden
aus einer anderen Quelle, wo sie sich in eines anderen Helden
Munde finden — ein prägnant ausgedrücktes episches Bild, das
somit uralt ist, weil es jener Periode der Dichtung entstammt,
in der Rüdeger’s Rolle noch wichtiger war als die Dietrich’s