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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

TJelier  eine  Schichte  älterer,  im  Epos  nachweisbarer  Nibelungenlieder.

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der  vorfindlichen  Formeln  sachlich  ganz  unerklärbare  Stellen:
1448,  2.  1462,  3;  keines  wie  dieses  zeigt  eine  so  lebendige
Naturanschauung  des  Dichters  1466,  4.  1473,  2.  1508,2.  1511,4.
So  zwingen  formelle  Gründe,  diesen  Abschnitt  gesondert
zu  betrachten  und  machen  die  Frage  um  so  mehr  unabhängig
von  der  Liedertheorie,  als  dieses  Lied  —  denn  diesen  Charakter
kann  man  ihm  nicht  bestreiten  —  auch  dem  Grundgedanken
nach  von  den  übrigen  Tbeilen  der  zweiten  Hälfte  sich  wesentlich ­
  unterscheidet.  Denn  so  sicher  die  historische  Grundlage
des  zweiten  Theiles  der  Nibelungensage  wie  des  Nibelungenliedes ­
  ist,  so  wenig  kommt  dieselbe  in  diesem  Abschnitte  zur
Geltung,  der  unter  einem  Gesichtspunkte:  ,Darstellung  der
Ahnungen  und  Vorzeichen  des  unseligen  Ausganges,  einer  der
erweislich  ältesten  Thieile  der  Sage  von  Gunther’s  Untergang'
(Anm.  S.  189)  eine  ganze  Kette  rein  mythischer  Begebenheiten
zusammenstellt.
Wiederholte  Neueinführungen,  widerspruchsvolle  Darstellung, ­
  verschiedene  Auffassung  des  Charakters  Hagen’s,  dem  ein
Autor  eben  so  gewogen  als  der  andere  abgeneigt  ist,  scheiden
die  einzelnen  Bestandtheile  des  Liedes  und  gegen  die  ausführliche ­
  Begründung,  die  Lachmann  hier  seinen  Atethesen  beigegeben ­
  hat,  ist  noch  nichts  Erhebliches  vorgebracht  worden.
Als  jüngste  Zusätze  sind  die  Probe  mit  dem  Kaplan,  die  an
die  Begegnung  mit  den  Meerweibern  geknüpft  ist,  und  der
Baiernkampf,  der  das  Abenteuer  mit  dem  Fährmann  voraussetzt, ­
  auszuscheiden.  Dann  ergibt  sich  eine  Reihe  lose  verbundener ­
  Bilder  von  verschiedenem  Umfange:
I.  Uten’s  Traum;
II.  Auszug  der  Burgonden;
III.  Prophezeiung  der  Meerweiber;  .  .  .  Probe  mit  dem
Kaplan;
IV.  Der  Ferge;  .  .  .  Kampf  mit  Else  und  Gelfrat.
V.  Eintritt  in  Riideger’s  Mark.
Nach  Ausscheidung  des  Unechten  und  Feststellung  des
Grundgedankens  sehen  wir  eine  Idee  in  verschiedenen  Formen ­
  variirt.  Hagen  tödtet  den  Fergen;  nach  Thidreks.  c.  364
erschlägt  er  auch  die  Meerweiber;  dass  er  dem  Eckewart  das
Schwert  nimmt  und  dann  —  zur  Sühne  —  Gold  bietet,  ist
wohl  eine  symbolische  Handlung  gleichen  Sinnes;  von  den
            
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