Ueber eine Schichte älterer, im Epos nachweisbarer Nibelungenlieder.
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Anderem entweder nur die Schlussphrase oder die ganze
Strophe 941 jenem entlehnt hat. Damit ist auch der scheinbare
Widerspruch erklärt zwischen dem wiederholt hervorgehobenen
altertümlichen Stile und der metrischen Leichtbeweglichkeit
des VIII. Liedes, die es mit jüngeren Liedern auf ein
Niveau drückt (ZGNN. S. 50). Bei der Congruenz des Ausdruckes
und der Reime steht die gleiche metrische Form
unseres und des älteren Liedes ausser Frage.
6.
XII. Lied, Str. 1279, 1280. J. Hoffman, de Nibelungiadis
altera parte, pag. 6, hat der Ansicht Raum gegeben, dass
Strophe 1279, 80 des XII. Liedes einem älteren entnommen
sein könnten; sein Grund ist die auffallende Rundung der Darstellung,
durch welche sie sich von ihrer Umgebung unterscheiden.
1279. Von Hinzen und von Kriechen reit da manic man:
den Pcelän und den Vlächen sach man swinde gän
ros diu vil golden si mit krefte riten.
sioaz si site heten der wart vil wenic vermiten.
1280. Von dem lande ze Kiewen reit da manic degen,
und die wilden Pesncere. da wart vil gepflegen
mit bogen schiezen zuo voglen dä si flugen
die phile sie sere zuo den wenden vaste zugen.
Für Hoffmann’s Meinung sprechen formelle Eigentümlichkeiten,
Metrisches: die kurzen Monosyllaba an erster Stelle
für Hebung und Senkung rös diu vil güoten, mit lögen schiezen;
Syntactisches: ros d. v. g., von dem lande . . . degen, wart
gepßegen schiezen; die passive, nicht absolute Rection 1280, 2b;
das starke axb y.oivou 1279, 3a; die axa!; Eipr;p,sva, sowohl die
Völkernamen, als das unerklärte wende in der Schlusszeile,
auf die vielleicht lucht fällt aus der nachahmenden Stelle, die
den eigentlichen kritischen Anlass für uns bietet, von dieser
Hypothese Notiz zu nehmen, nachdem das sehr junge XII. Lied
dem Biterolfdichter kaum bekannt sein konnte. 1 Es stossen
i Man beachte auch, dass die sechs Völkernamen wieder der Tradition
4
der Kunst entsprechen: 4 -f- - ; im Folgenden ist die Anordnung ver-