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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

Ueber  eine  Schichte  älterer,  im  Epos  nachweisbarer  Nibelungenlieder.

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Anderem  entweder  nur  die  Schlussphrase  oder  die  ganze
Strophe  941  jenem  entlehnt  hat.  Damit  ist  auch  der  scheinbare ­
  Widerspruch  erklärt  zwischen  dem  wiederholt  hervorgehobenen ­
  altertümlichen  Stile  und  der  metrischen  Leichtbeweglichkeit ­
  des  VIII.  Liedes,  die  es  mit  jüngeren  Liedern  auf  ein
Niveau  drückt  (ZGNN.  S.  50).  Bei  der  Congruenz  des  Ausdruckes ­
  und  der  Reime  steht  die  gleiche  metrische  Form
unseres  und  des  älteren  Liedes  ausser  Frage.
6.
XII.  Lied,  Str.  1279,  1280.  J.  Hoffman,  de  Nibelungiadis
altera  parte,  pag.  6,  hat  der  Ansicht  Raum  gegeben,  dass
Strophe  1279,  80  des  XII.  Liedes  einem  älteren  entnommen
sein  könnten;  sein  Grund  ist  die  auffallende  Rundung  der  Darstellung, ­
  durch  welche  sie  sich  von  ihrer  Umgebung  unterscheiden. ­

1279.  Von  Hinzen  und  von  Kriechen  reit  da  manic  man:
den  Pcelän  und  den  Vlächen  sach  man  swinde  gän
ros  diu  vil  golden  si  mit  krefte  riten.
sioaz  si  site  heten  der  wart  vil  wenic  vermiten.
1280.  Von  dem  lande  ze  Kiewen  reit  da  manic  degen,
und  die  wilden  Pesncere.  da  wart  vil  gepflegen
mit  bogen  schiezen  zuo  voglen  dä  si  flugen
die  phile  sie  sere  zuo  den  wenden  vaste  zugen.
Für  Hoffmann’s  Meinung  sprechen  formelle  Eigentümlichkeiten, ­
  Metrisches:  die  kurzen  Monosyllaba  an  erster  Stelle
für  Hebung  und  Senkung  rös  diu  vil  güoten,  mit  lögen  schiezen;
Syntactisches:  ros  d.  v.  g.,  von  dem  lande  .  .  .  degen,  wart
gepßegen  schiezen;  die  passive,  nicht  absolute  Rection  1280,  2b;
das  starke  axb  y.oivou  1279,  3a;  die  axa!;  Eipr;p,sva,  sowohl  die
Völkernamen,  als  das  unerklärte  wende  in  der  Schlusszeile,
auf  die  vielleicht  lucht  fällt  aus  der  nachahmenden  Stelle,  die
den  eigentlichen  kritischen  Anlass  für  uns  bietet,  von  dieser
Hypothese  Notiz  zu  nehmen,  nachdem  das  sehr  junge  XII.  Lied
dem  Biterolfdichter  kaum  bekannt  sein  konnte.  1  Es  stossen
i  Man  beachte  auch,  dass  die  sechs  Völkernamen  wieder  der  Tradition
4
der  Kunst  entsprechen:  4  -f-  -  ;  im  Folgenden  ist  die  Anordnung  ver-
            
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