647
lieber eine Schichte älterer, im Epos nachweisbarer Nibelungenlieder.
Nachdem Nib. (2—76 der Eintritt Siegfriede in heroisch
einfacher, Bit. 5933—75 die Ankunft Rüdeger’s in ritterlich
förmlicher Weise geschildert worden ist, begegnen sich plötzlich
beide Gedichte in fast wörtlicher Uebereinstiinmung.
Voraus heisst es im Biterolf, was fast wie eine versteckte
Quellenberufung klingt:
Bit. 5972. Von maneger muoter binde
Nib. 77. Diu ros si v: olden dannen
ziehen an gemach.
Sifrit der vil Diene,
wie snelle er do sprach!
'lät uns sten die mcere
mir und minen man.
wir wellen schiere hinnen;
des ich guoten willen hdn.
78. Swem sin bunt diu mcere,
der sol mich nicht verdagen,
wä ich den künic vinde,
daz sol man mir sagen,
Günthern den vil riehen
üz Burgundern, laut’,
do sagte ez ime einer,
dem ez relite was bekant.
79. r Welt ir den künic vinden,
daz mac vil wol geschehen,
in jenem sale witen
hdn ich in gesehen,
bi den sinen beiden,
da mit, ir liine gdn:
da muget ir bi im vinden
manegen herlichen man’.
80. Nu waren deme künige
diu mcere geseit,
liefe er (Rüedeger) e wol
vernomen.
wi si in daz land weeren
körnen.
75 erbeizet wdrens edle da.
der marschalc herbergen sä
wolde do die geste.
do sprach der muotes veste,
des künic Etzelen man
80. 'lät uns diu ros stau:
wir mugen hie nicht biten,
wir müezen schiere riten.
Ich horte des gerne mcere,
wä der künic ivcere,
85. ob daz mühte geschehen (vgl.
Nib. 79, 1 : 2).
daz ich den künde gesehen.
do sprach ein Gemütes man
'daz wil ich iuch wizzen län.
get üf den palas,
90. da ich vil nivliehen ivas,
ich locen, man in da vinde
bi sinem ingesinde'.
do bete ouch nu der künec
vernommen,