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lieber eine Schichte älterer, im Epos nachweisbarer Nibelungenlieder. 645
die ein abgerundetes, in sicli geschlossenes Bild enthält; dann
die langsam sich entwickelnde Deutung, die von 17 an in’s
Weichliche übergeht, bis 20 so neu anhebt, wie wohl ein
epischer Gesang beginnen kann, und in dem viel besprochenen
,raschen, etwas herben' Tone, der von nun an für diesen
Abschnitt charakteristisch bleibt. Dieser Neub.eginn ist um so
auffallender, als Str. 17—19, die sich auf den endlichen Ausgang
des ganzen Epos beziehen, deutlich zur Anknüpfung der
vorausgehenden Strophen eingeschaltet sind ; Str. 45 wird Kriemhild
und mit Emphase neu eingeführt; Str. 47, 2, 3 spielt auf
die Worte 15, 3, 4 in einer Weise an, die deren Vorhandensein
in demselben Gedichte keineswegs voraussetzt: 14, 1, 2 steht
der Reim Voten: giioten in der ersten Hälfte des Epos ganz
vereinzelt; 1 doch darf der archaische Reim nicht neben dem
Wechsel des Tones von 13 zu 14 geltend gemacht werden;
die Strophen 13 —16 scheinen denn doch einem Autor zu
gehören, der die conjugatio periphrastica 13, 4. 14, 4 vergl.
suln 15, 4. 16, 2 und Synkope, selbst in letzter Senkung
(riters lip) liebt. Dass der Autor dieses Liedes auch sonst
ganze Strophenreihen anderen Liedern entnommen hat, ist sehr
zu beachten ; Str. 17 — 19, die, wie gesagt, auf das Ende weisen,
könnten übrigens bereits mit 13 - 16 aus einer älteren Gesammtdarstellung
genommen sein — dem gleichen Autor beide Gruppen
zuzuschreiben ist unmöglich — weil 13 —19 gerade eine Heptade
ist, die letzte Hand unseres Ordners die Heptadenordnung aber
nicht mehr beachtet hat; doch ist das eine unerweisliche Annahme.
Apodiktische Sicherheit dafür, dass dieser Absatz einem
älteren Liede, und ob wörtlich entnommen ist, liegt nicht vor,
doch ist die Existenz alter Gesänge dieses Inhaltes unzweifelhaft
und nicht verächtliche formelle Umstände sprechen gegen
die Autorschaft des Dichters des I. Liedes.
3.
1. Lied, Strophe 77 fg. Von Strophe 69 zeigt Lachmann
Anm. S. 18, dass sie neben 73 nicht bestehen könne; 70 ver-1
Doch sehe ich mich veranlasst, nachträglich zu bemerken, dass I. 84, l
auch den Reim Hagene : degene hat, der in der ersten Hälfte nur
viermal (84. 386 810. 813) erscheint, gegen nahezu 40 Fälle im zweiten
Theile.