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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

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M  u  t  h.

10.  Rumolt  der  kuchenmeister,  ein  uz  erwelter  degen,
Sindolt  und  Hünolt,  dise  heren  muosen  pflegen
des  hoves  und  der  eren,  der  drier  künege  man,
sie  heten  noch  manegen  recken,  der  ich  genennen  nicht  enkan.
Wie  sie  da  stehen,  können  die  drei  Strophen  freilich  nicht
unmittelbar  auf  einander  gefolgt  sein;  aber  die  erste  trägt  in
der  fast  wörtlichen  Wiederholung  des  Gedankens,  der  schon
zu  Anfang  ausgedrückt  ist,  in  der  Schlusszeile,  wie  Lachmann
richtig  hervorhebt,  alle  Kennzeichen  einer  Aenderung.  Die
symmetrische  Anordnung  von  je  zwölf  Helden  war,  wie  a.  a.  0.
S.  309  zu  Klage  816  gezeigt  ist,  alte  Kunsttradition  der  Volksdichtung; ­
  der  ritterlichen  Kunstübung  geht  sie,  etwa  wie  der
Gebrauch  der  Heptaden,  eben  damals  verloren;  in  der  Klage
noch  deutlich  —  Lachmann’s  Beispiele  lassen  sich  leicht  vermehren: ­
  im  I.  Liede  Kl.  166—273  werden  12  Gefallene  aufgezählt, ­
  in  drei  Gruppen  4  Fremde,  u.  zw.  Bloedelin,  Hermann ­
  von  Polen,  Sigeher  von  Walachen,  Walber  von  Türkei;
4  Deutsche,  wobei  zu  der  gewöhnlichen  Reihe  Irnfried,  Hawart,
Iring  noch  Rüdeger  tritt;  4  Burgonden,  nämlich  Hagen  mit  den
Königen;  im  IV.  Liede  Kl.  1147—1214  tritt  allerdings  zu  4X3,
den  Königen,  Etzel’s  Hause:  Kriemhild,  Ortlieb,  Bloedelin,
dreien  Burgonden:  Hagen,  Volker,  Dancwart  und  den  drei
Deutschen  als  dreizehnter  Rüdeger;  das  V.  Lied  1265  zerfällt
in  drei  Abtheilungen,  deren  jede  vier  Personen  beschäftigt,
indem  Botschaft  werben  Etzel,  Dietrich,  Plildebrand  durch
Swemmelin,  der  auf  der  Reise  verständigt  die  Markgräfin
Frau  Gotelinde  mit  ihrer  Tochter,  Pilgrim  und  Else,  während
in  Worms  auftreten  Ute  und  Brünhild,  Sindolt  und  Rumolt  —-lassen
  sich  im  Biterolf  nur  mehr  Spuren,  Gruppen  zu  13,  18,  24,
nachweisen.  Wir  sehen  die  höfischen  Sammler  und  Sagenencyclopädisten
  von  der  überlieferten  Kunstform  hierin,  wie
in  Wichtigerem,  abweichen;  der  Art  mittelalterlicher  Sammler
entspricht  es  auch  ganz,  eine  in  zwei  Variationen  oder  Versionen ­
  zu  ihrer  Kenntniss  gelangte  Thatsache  zweimal  vprzuführen,
  wofür  neben  vielen  Contaminationen  der  nordischen
Sagaen  die  zweimal  nacheinander  erzählte  Nachtwache  Hagen’s
und  Volker’s  in  Heunenland,  XVI.  und  XVII.  Lied,  als  hinreichender ­
  Beleg  gelten  mag,  so  dass  es  nichts  Auffälliges  ist,
dass  hier  nach  Vollendung  der  Aufzählung  vom  Redacteur  der
            
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