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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

Grammatische  Studien  zu  Apollonios  Rhodios.

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eingedrungenen  es  stand  liier  wie  in  anderen  Aoristen  der  Art
ein  r],  indem  der  Stamm  voeal  die  ursprüngliche  Länge  bewahrte,
vgl.  hierüber  Curtius  Verb.  I  195  II  59  sqq.  besonders  II  63.
Besonders  bemerkenswerth  scheint  uns  der  Umstand  zu  sein,
dass  Apollonios  die  beiden  genannten  Formen,  da  sie  ihm  als
reine  Antiquitäten  wohl  ziemlich  unverständlich  waren,  nur  am
Versanfang  (die  angeführten  Homer-Stellen  nachahmend)  und
auch  nur  im  ersten  Buche  seines  Epos  verwendet  hat  (ebenso
wie  das  berührte  foqsv,  während  das  Homer  geläufigere  l'op.sv  (i)
in  einem  späteren  Buche  vorkommt).  Das  letztere  gilt  auch  von
den  bei  dieser  Gelegenheit  mit  zu  erwähnenden  Formen  yvwcout
A  661  (Homer  z.  B.  Ä  302)  und  äwwci  A  898.  1293  (Homer  z.  B.
A  137),  die  mit  Uebergang  in  die  thematische  Conjugation  gebildet ­
  sind,  den  Stammvocal  aber  gleichfalls  in  der  ursprünglichen ­
  Länge  zeigen.
b)  bei  Verben  mit  sonst  thematischer  Bildung:
1.  im  Präsens.  Hier  liegt  bei  unserem  Dichter  nur  ein
scheinbarer  Fall  vor.  Sicher  finden  sich  bei  Homer  Spuren
von  Conjunctiven  thematischer  Verba  mit  kurzem  Modusvocal
im  Präsens  (vgl.  Stier,  Curtius  Stud.  II  138  und  besonders
Curtius  Verb.  II  72  sq.),  obzwar  ihre  Existenz  mehrfach  angegriffen ­
  worden  ist.  Darnach  könnte  man  allenfalls  der  Ansicht
sein,  dass  auch  bei  Apollonios  ein  solcher  Conjunctiv  vorliege
in  B  1049,  wo  Amphidamas  zu  den  Argonauten  spricht:  aXXz
Ttv’  ä'XXrjv  [j.yjTiv  itop!j6v(i>p,sv  eiuppcOov,  eil  •/.’  eiuy-eXcai  p.eXXets,
b’VYjoc  |xsp.vY)|j.Evct,  w?  s^steXXev  (L  fxeXXeTai).  Einen  Indicativ
nach  st  •/.’  zu  vertheidigen  wird  Niemandem  einfallen.  Bei
Homer  Hesse  sich  damit  vergleichen  3  672  to;  äv  EztcptoYEpwi;
vauxlXXEiat  stvsy.a  izonpoq,  hier  ist  jedoch  wahrscheinlich  vauvAXs-a:
Aorist,  indem  entweder  nach  Peach  vauTtXerat  zu  schreiben
oder  nach  Stier  Stud.  I  138  jenes  als  äolische  Bildung  zu
fassen  ist  wie  o^sXXsisv  II  651.  Wir  hätten  'es  also  mit  einem
Conjunctiv  Präs.  [j.eXXete  zu  thun.  Da  sich  nun  aber  keinerlei
Vorbild  hiefür  bei  Homer  finden  lässt,  so  kann  ich  nicht
glauben,  dass  Apollonios  auf  eigene  Faust  einen  solchen  Conjunctiv ­
  gebildet  haben  sollte;  vielmehr  steckt  in  der  Ueberlieferung
  ein  Fehler:  für  •/.’  ist  nämlich  mit  leichter  Aenderung  y'
zu  schreiben,  was  ganz  wohl  zum  Sinne  passt.  Damit  ist  der
Schwierigkeit  einfach  abgeholfen.
            
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