Grammatische Studien zu Apollonios Rhodios.
467
b) Nach falscher Analogie gebildete Formen liegen folgende
vor:
äirosxXuffev A 366 (G hat das metrisch unmögliche dxszAuasv);
wahrscheinlich Hess sich Apollonios durch homerische Formen
wie axoepss Z 348 oder cnrosixs T 406 bestimmen, auch jenes zu
wagen, allein da er nicht wusste, dass in den genannten Verben
dereinst consonantischer Verbalanlaut Platz hatte, so entging
ihm die Einsicht, eine Missbildung geschaffen zu haben.
8ias'.p.evo<; B 372 y.axasipivo? A 939 KaxaEipivai F 830 (von otresp.
y.aOtsp.ai). Dem Schob zu A 939 war es nicht recht klar, woher
er xax«st|*evoq ableiten sollte, er erklärt es durch *axapps6p,svoi;
q xaxaxvsöp,£Vo; v) y.£x«Xup.p.evo<; ipuxoT?. Abermals ist eine falsche
Analogie zu constatiren und zwar nach dem von Apollonios
selber gebrauchten ExiEipivo? (von s:psvvup.t) und dem homerischen
y.axasipivov x 431 (von xaösvvupu).
sxisxpsxcv F 628, daneben aber sxExpexov A 642 EXfixpE^ev
A 1700 (der Schreiber von G nahm wiederum Anstoss an der
Form und schrieb das metrisch unmögliche sxsxpsxov wie oben
axsxXucsv). Unser Dichter ward vielleicht durch das homerische
exi^vSowe v 16 u. s. zu dieser Falschbildung geführt.
üxceaxYjv F 501 (Versschluss); daneben lesen wir aber die
regelrechten Bildungen ixesxr)? A 412 F 983 A 89 üxecxy; B 92
F 905. 1232 A 341 üxsaxav A 1389. 1
Wir sehen, dass Apollonios durch sein Bestreben, alte
Muster nachzuahmen, mitunter, ohne natürlich selbst eine Ahnung
davon zu haben, sich einen ziemlichen Missgriff zu Schulden
kommen Hess. Das aber muss man doch wieder zugestehen,
dass er seine Neuerungen so weit als möglich nach alten Mustern
zu schaffen bestrebt war, wobei ihn natürlich nur die ganz
äusserliche Analogie leiten konnte, ein Unternehmen, das bei
der damaligen geringen Kenntniss des Sprachbaues nur schwer
gelingen konnte.
Die Adjectiva auf wisc bleiben wie-bei Homer alle uncontrahirt
bis auf
1 Aehnlichen Falachbildungen begegnen wir auch sonst in der epischen
Sprache, so bei Nikandros äxorjpuyE Alex. 257 üxoEzXaaE Ther. 728 uro-^xpEoav
Ther. 86, beliebt sind sie bei Tzetzes, z. B. axosWoxo Posthorn.
136. 307 £jto]XuOe Posthorn. 15 xaxa^cxavs Hom. 193 Posthorn. 125 uxo-^xpEOE
Hom. 84.