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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

Herodot’s  Biographie.

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an  einem  anderen  Orte  ausgesprochen.  Ich  gehöre  zu  denen,
die  annehmen,  es  sei  die  Geschichte  des  Krieges  des  Xerxes
gegen  Hellas  gewesen,  und  glaube  gezeigt  zu  haben,  dass  die
Kirchhoff’sche  Ansicht  von  der  Abfassung  des  Herodotischen
Werkes,  da  sie  unrichtig  ist,  dieser  Annahme  nicht  zu  widersprechen ­
  vermag.  Die  Nachrichten  von  Vorlesungen  in  anderen
Städten  Griechenlands,  für  Theben  (bei  Plutarch  de  Herod.
malign.  c.  31  bezeugt),  in  Korinth  (bezeugt  von  Markellinos
ßiog  ©ouzuofäo'j  §  27  und  Dio  Chrysostomos  or.  XXXVII.  7)
halte  ich  gleichfalls  für  richtig  und  meine,  dass  nicht  Vorgänge
in  ITalikarnass,  wie  die  alexandrinische  Gelehrsamkeit  diese
richtige  Angabe  verdrehte,  unseren  Autor  veranlassten  an  der
Colonie  in  Thurioi  tlieilzunehmen.  Es  war  dies  vielmehr  die  üble
Aufnahme  desselben  in  Athen  1  und  anderen  Städten  Griechenlands. ­
  Verbot  man  ihm  doch  in  Theben,  mit  der  Jugend
sich  weiter  abzugeben!  Den  Grund  dieses  Verhaltens  sehe  ich
aber  in  der  rationalisirenden  Richtung  der  Arbeiten  Herodot’s
nach  seiner  ägyptischen  Reise,  die  Athen  sich  wahrscheinlich
auch  nicht  hätte  gefallen  lassen. 2  Diese  fällt  nach  meiner  in

1  Wo  er  seine  Klyir.zioi  loyoi  schrieb.
2  Mein  Herr  Recensent  in  der  Zeitschrift  für  die  österr.  Gymnasien.  1878.
4.  Heft,  wundert  sich  schon  im  voraus,  dass  ich  diesen  Theil  der  Ueberlieferung
  fest  halte.  Ueber  Werth  und  Unwerth  der  Suidas-Biographie
habe  ich  mich  oben  ausgesprochen.  Die  Nachricht  vom  Neide  der  Mitbürger ­
  in  der  Grabschrift  und  bei  Suidas  habe  ich  stets  für  abhängig
voneinander  gehalten  (wie  ich  mit  diesem  Worte  auf  der  letzten  Seite
meiner  früheren  Arbeit  dies  Verlniltniss  bezeichnete),  Cwiklinski’s  Polemik
ist  also  in  diesem  Punkte,  so  weit  sie  mich  betrifft,  gegenstandslos.
Diese  Angaben  werde  ich  jedoch  fortfahren  für  richtig  zu  halten,
da  das  Werk  Herodots  mir  dieselben  bestätigt,  und  nur  so  sein  langes
Fernesein  von  Athen  sich  erklärt.  Auf  die  übrigen  Einwendungen  Weil’s
(Revue  critique  1878,  p.  26.),  dem  Cwiklinski  vielfach  folgt,  kann  ich
hier  nicht  eingehen,  so  wenig  als  auf  die  neue  in  der  Göttinger  Dissertation ­
  von  Hachez  (De  Herodoti  scriptis  et  itineribus.  Göttingen,  1878)
vertretene  Ansicht,  für  welche  der  gute  Glaube  an  die  Ueberlieferung
massgebend  war.  (Vergl.  Abschnitt  II,  pag.  8  ssq.)
Die  von  Kirchhoff  abgegebene  verständliche  Erklärung,  welche
Cwiklinski  für  alle  Wankelmüthigen  zur  Darnachaclitung  wiederholt,  veranlasst ­
  mich  Kirchhoff  zwar  nicht  ,sträfliches 1  vorzuwerfen,  was  ich  meines
Wissens  nie  that,  ich  möchte  nur  die  Möglichkeit  nicht  in  Abrede  gestellt ­
  wissen,  dass  Kirchhoff  sich  irren  könne.  Da  eine  Verwechslung  der
            
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