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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

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Bauer.

Athen,  den  Thränen  des  begeisterten  Knaben  Thukydides  und
dem  prophetischen  Blick  Herodot’s  für  dessen  literarische
Befähigung,  von  dem  uns  Markellinos  in  der  kürzeren  Vita
und  Suidas  1  zu  berichten  wissen.  Auch  dem  Ptolemaios
Chennos 2  glaubt  Niemand  mehr,  dass  nicht  Herodot  selber,
sondern  sein  Liebling  und  Erbe,  der  thessalische  Hymnendichter
Plesirrhoos  das  Proömium  des  Werkes  geschrieben  und  die
Edition  des  Ganzen,  wie  man  denken  sollte,  besorgt  habe.  Die
Erfindung  Lukians  von  einer  Vorlesung  unseres  Autors  in
Olympia  hat  bereits  Dahlmann  3  angegriffen  und  Schöll 4  endgiltig
  als  solche  erwiesen.
Es  bleiben  also  noch  einige  wenige  Nachrichten,  die,  wie
ich  glaube,  allein  zuverlässig  sind,  Herodot’s  Vorlesung  in  Athen
445/4,  unabhängig  von  einander  bezeugt  von  Eusebios  und
seinen  Uebersetzern  und  durch  Diyllos  bei  Plutarch,  der  die,
wie  mir  scheint,  freilich  zu  hohe  Summe  von  zehn  Talenten
als  von  dem  Volke  zuerkannte  Belohnung  für  dieselbe  angibt,
was  an  der  Ueberlieferung  der  Zahl  liegt;  die  Nachricht  ist
sonst  actenmässig  authentisch  und  setzt  directe  oder  indirecte
Bekanntschaft  mit  dem  betreffenden  Psephisma  voraus.  Auch
an  der  Angabe  eines  während  des  Aufenthaltes  sich  entwickelnden ­
  näheren  Verhältnisses  mit  Sophokles  ist  kein  Grund  zu
zweifeln,  da  beider  Werke  davon  Zeugniss  ablegen.  Was
Herodot  in  Athen  vorlas,  ist  streitig,  ich  habe  mich  darüber

1  Marc.  vit.  Thuc.  34  ed.  Krüger  p.  194  XiyBtcLi  ob  ti  xai  xoioüxov,  lb?  t.otb
toü  'Hpoooxoo  toc?  ?o(a?  iaxop(a;  irciSeixvupivou,  rcaptov  xrj  axpoaaEt  0ouxu8(87)?
xa'i  axouaa?  eSaxpuaev  •  bkbit<x  cpaan  xov  'HpoÖoxov  xoüxo  ÖEaaap-EVov  s?t:eTv
auxoü  7rpo?  xov  Ttax^pa  xov  ’ÖXopov  *  cl)  ’OXopE,  opya  rj  <puai?  xoü  uiou  aou
7cpo?  [xaOrj[xaxa.  Suidas  verlegt  die  Affaire  auf  die  lukianische  Vorlesung
in  Olympia.  Suid.  lex.  s.  v.  0ouxu8tO7)?  ed.  Berhard.  II.  2.  1193.  Vergl.
Suid.  s.  v.  opyav  ibid.  II.  1.  1148.  Vergl.  Wilamowitz,  a.  a.  O.  S.  331.
2  Photius  bibl.  p.  148b,  ed.  Bekker:  xat  to?  IlXrjatppoo?,  o  0EaaaXo?,  6  up.voypacpo?,
  iptbp.Evo?  yEyovaj?  f Hpo8oxou  xai  xXrjpovb[xo?  xwv  auxoo,  ouxo?  7roL7jaEtE
xo  7rpoo((i.iov  xrj?  7rpu)xrj?  i<rxop(a?  'Hpooo'xou  f AXixapvaaaio3?.  Vergl.  Hercher:
Ueber  die  Glaubwürdigkeit  der  neuen  Geschichten  des  Ptol.  Chennus.
Leipzig  1856.  Kirchhoff,  Abfassungszeit  d.  herod.  Geschichtswerk.  Abhandl.
der  Berl.  Akad.  1868.  S.  2.
3  Herodot  aus  seinem  Buch  sein  Leben.  Forschungen  auf  dem  Gebiete  der
alten  Geschichte.  II.  1.
4  Philologus  1855.  Bd.  IX.  Herodot’s  Vorlesungen  S.  410  f.
            
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