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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

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zu  setzen,  und  so  legte  sich  dann  alles  zurecht.  Es  ist  nun
gerade  für  unseren  Herodot  das  Verdienst  Diels 1  gezeigt  zu
haben,  dass  die  Ansätze  über  Alter  und  Geburtsjahr  des
Herodot,  Thukydidcs  und  Hellanikos,  wie  wir  sie  besitzen,
auf  dieses  Schema  Apollodors  zurückgehen.  Dieselben  sind
erhalten  bei  Dionysios  von  Halikarnass, 2  der  Herodot  kurz  vor
der  Epoche  des  Xerxeszuges  geboren  sein  lässt,  allgemein
stimmt  dazu  Diodor, 3  der  sagt:  ‘/.ata  Espqvjv  yeyovw;  toi;  ^pövot;;
demselben  Ansatz  folgt  Eusebios, 4  wenn  er  zu  Ol.  78.  1  bemerkt: ­
  'HpöSoto?  eyvwpi^cTO,  (er  wäre  also  sechzehn  Jahre  alt
gewesen),  seinen  grossen  Erfolg  in  Athen  berichtet  derselbe
Gewährsmann  Ol.  83.  3.  Am  ausführlichsten  sind  uns  und  am
genauesten  zugleich  die  Ansätze  Apollodor’s  erhalten  in  den
Angaben  der  Pamphila, 5  die  Herodot  beim  Ausbruche  des
peloponnesischen  Krieges  dreiundfünfzig  Jahre  alt  sein  lässt,
also  seine  Geburt  in  das  Jahr  484  verlegt.  Dies  ergibt  seine
Akme  444,  und  diese  knüpft  sich  ganz  vortrefflich  au  das
Epochenjahr  der  Besiedelung  von  Thurioi,  an  der  Plerodot  ja

1  Diels  im  neuen  rli.  Mus.  Bd.  81.  S.  47  f.
2  Dionys.  Hai.  jud.  de  Time.  1.  c.  b  3’  'AXutapvaaasu?  'llpdooro$  'pevoptsvö^
bXiyoi  7rpoiepov  xtov  llEpaoctov  .  .  .
3  II.  32  'llpoSoTo;  p.sv  oüv  zara  Sdplprjv  yEfovw?  rot;  ’/pövoi;  .  .  .
4  Die  arm.  Uebersetzung  setzt  dies  Ol.  78.  2.  Vergl.  Schöne:  Eusebi
chron.  can.  vol.  II.
5  Bei  Gellins  noct,.  Att.  XV.  35.  TTellanicus,  Herodotus,  Thucydides,  historiae
  scriptores  in  isdem  fere  temporibus  laude  ingenti  floruerunt  et  non
nimis  longe  distantibns  fuerunt  aetatibus  nam  Hellanicus  initio  belli
Peloponnesiaei  fuisse  quinque  et  sexaginta  annos  natus  videtur,  Herodotus
tres  et  quinquaginta,  Thucydides  quadraginta.  Scriptum  est  lioe  in  libro
undecimo  Pamphilae

Han  er.
Ansätze  populär  machte,  daher  sie  uns  noch  heute  erkennbar
sind.  Da  genaue  Quellen  nicht  Vorlagen,  so  setzte  man  bei
jedem  Dichter,  Philosophen  oder  PTistoriker  eine  Zeit  des
höchsten  geistigen  Schaffens,  die  cap/i^  an,  die  man  auf  das
gereifte  Mannesalter,  etwa  das  vierzigste  Lebensjahr  fixirte,
von  da  war  die  Geburt  und  sonstige  Daten  zu  berechnen.  Man
brauchte  aber  auch  nur  ein  denkwürdiges  Ereigniss,  eine  bedeutende ­
  Bethätigung  eines  Schriftstellers  auf  literarischem
Gebiete  nach  dem  Jahre  zu  wissen,  um  in  dasselbe  seine  axpj
            
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