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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

Herodot’s  Biographie.

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ihre  Zugehörigkeit  ausdrücklich  vermerkt  ist;  für  Halikarnass
brauchte  man  dies  bei  der  eigenen  Behörde  nicht  zu  thun.
Dem  gegenüber  kann  ich  Kirehhoff’s  Ansicht,  Lygdamis
erscheine,  wie  er  aus  der  Eingangsformel  schliesst,  als  Contrahent,
  unmöglich  für  richtig  halten,  mag  derselbe  immerhin
nachstehen  und  mit  am  den  beiden  Gemeinden  coordinirt  erscheinen. ­
  Die  Berufung  auf  die  Deerete  von  Mylasa  1  scheint
mir  nichts  zu  beweisen;  denn  obwohl  der  zweite  Mausollos
Satrap  ist,  beschliessen  eben  doch  die  Mylasier,  und  der  ganze
Unterschied  ist  der,  dass  er  einmal  ausdrücklich  als  Satrap
bezeichnet  ist  und  voransteht.  Ob  Lygdamis  sich  an  der  Spitze
der  Urkunde  mit  Au-fSaj/is?  eijaiöpaxxsuovxo;  einführen  musste,  wage
ich  nicht  zu  entscheiden;  aber  das  zeigen  die  angeführten
Deerete,  dass  trotzdem  er  Tyrann  war,  Salmakis  und  Halikarnass ­
  einen  Vertrag  schliessen  konnten.  Damit  fällt  aber
schon  ein  guter  Tlieil  der  Folgerungen  Kirchhoff’s  für  die
Geschichte  von  Halikarnass,  und  man  ist  so  noch  der  schlimmen
Combination  überhoben,  die  Kirchhoff  zu  machen  sich  genöthigt
sah,  nämlich  trotzdem  Suidas  ausdrücklich  sagt,  Lygdamis  sei
von  Herodot  vertrieben  worden,  anzunchmen,  er  sei  nach  der
Rückkehr  dieser  Schaar  Verbannter  irgendwie  in  der  Herrschaft ­
  verblieben.  Für  die  ganze  Interpretation  war  Kirchhoff’s ­
  ursprüngliche,  jetzt  von  ihm  selber  aufgegebene  Conjectur
  dbx’  gxo'j  rj  y.äOoSop  e-fsvexo  anstatt  des  von  Bergk 2  richtig
erkannten  ebr’  oxou  6  aooq  lyevsxc  verhängnissvoll  gewesen.
Der  Suidasartikel  erhält  also,  weil  die  Urkunde  unter  des
Lygdamis  Herrschaft  abgefasst  ist,  keine  Bestätigung.  Aus
gleich  zu  erwägenden  Gründen  hatten  Besitzstreitigkeiten
zwischen  beiden  Gemeinden  stattgefunden,  die  so  beigelegt
werden  sollten.  Und  Panyasis  und  Herodot?  Für  deren  Verhältuiss
  ergibt  sich  eben  auch  nichts,  wir  hören  von  einem
Panyasis  in  Salmakis  ebenso  wie  von  einem  Lygdamis  (nicht
dem  Tyrannen,  vielleicht  aus  dessen  Familie)  in  Halikarnass.
Kirchhoff  hatte  gemeint  in  den  gestörten  Besitzverhältnissen
eben  die  Folge  politischer  Streitigkeiten  sehen  zu  müssen,  er
nimmt  an,  dass  der  eigentliche  Vertrag  Bestimmungen  ent-1

  C.  J.  G.  vol.  II.  2691.  c.  d.  e.
2  Jahrb.  f.  kl.  Phil.  1873.  p.  37.  Vergl.  S.  405,  Aum.  1.
            
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