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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

Herodot’s  Biographie.

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Quellen  unrl  Spätere  mögen  immerhin  aucli  ihm  für  die  Geschichte ­
  des  Orientes  manche  Nachricht  entnommen  haben,
aber  das  blosse  Citat  des  Anfanges  des  Proömiums  als  ein
Beispiel  der  alten  eipopivr;  XiE'.c  in  der  Rhetorik  kann  doch
unmöglich  beweisend  sein  für  die  Ansicht  ,TTerodot  sei  noch
für  Aristoteles  der  Typus  des  Historikers*,  und  einen  anderen
Grund  für  diesen  Ausspruch  von  Wilamowitz  1  wüsste  ich  nicht.
Freilich  ist  man  sich  über  die  Bezeichnung  Herodot’s  als
Thurier  nicht  vollständig  klar  geworden,  man  dachte  eben,
das  sei  irgend  ein  Beiname  oder  unser  Autor  selber  habe  in
der  That  so  geschrieben,  um  sich  als  Bürger  dieser  athenischen
Kolonie  zu  bezeichnen,  man  vergass  dabei  auf  die  sonst  mit
Recht  hervorgehobenen  Sympathien  für  Halikarnass,  und  auf  die
Analogie  mit  anderen  Schriftstellern;  so  nannte  sich  Hekataios
einen  Milesier 2  und  Thukydides  einen  Athener. 3  Wenn  aber
schon  das  Citat  bei  Aristoteles  allein  dies  nicht  zulässt,  so
kommt  dazu,  dass  auch  Duris  von  Samos  Herodot  als  einen
Thurier  bezeichnet,  und  zwar  ausdrücklich  Thurioi  als  Geburtsstätte ­
  im  Auge  hat.  Suidas' 1  citirt  nach  demselben  in
der  Biographie  des  Panyasis,  den  er  einen  Halikarnassier
nennt,  fügt  jedoch  hinzu,  Duris  mache  denselben  zu  einem
Samier,  wie  er  denn  auch  Herodot  einen  Thurier  nenne.  Man
sieht  also  diese  Ansicht  von  der  Herkunft  Herodot’s  war  mindestens ­
  in  der  aristotelischen  Schule,  der  Duris  durch  seinen
Lehrer  Theophrast  angehörte,  ganz  gang  und  gäbe.  Dieselbe
muss  aber  eine  ziemlich  unumstössliche  Geltung  gehabt  haben,
da  Duris,  der  nicht  Anstand  nahm,  den  epischen  Dichter  von
Halikarnass  aus  Localpatriotismus  zu  einem  Samier  zu  machen,
ein  Gleiches  bei  Herodot  nicht  zu  thun  wagte,  sondern  der
Vulgata  folgend  ihn  eben  einen  Thurier  nannte.
Ein  ähnlicher  Localpatriotismus  hat  es  bewirkt,  dass  die
schriftstellerische  Thätigkeit  und  mehr  als  diese  bei  einer  An-1

  a.  a.  0.  S.  333,  Anm.  13.
2  Prgm.  332  bei  Müller  Frgm.  hist.  gr.  I.  p.  25.  b.
3  Thukyd.  I.  1.
4  Suidae.  lexic..  s.  v.  ITavüaoi;  ed.  Bernbardy  vol.  II.  2,  p.  57.  Ilaviaai;,
IIoAudpyou,  'AXixapvaaasu?,  Tspaxoazdrax;  xal  -oi7)Trjs  imSv  •  o;  aßsaOsiaav,
TTjv  -oirjttzrjv  EiraviKaYE.  Aoupi;  Se  AioxXe'ou;  ts  7xaioa  avEypatliE  xai  Adu'.ov  *
6  p.  o  (co  <;  3  k  xat  'HpöSoxov  Houptov.
Sitzuugsber.  d.  phil.-hist.  CI.  LXXXIX.  ßd.  1.  Oft.  28

fl
            
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