Herodot’s Biographie.
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Quellen unrl Spätere mögen immerhin aucli ihm für die Geschichte
des Orientes manche Nachricht entnommen haben,
aber das blosse Citat des Anfanges des Proömiums als ein
Beispiel der alten eipopivr; XiE'.c in der Rhetorik kann doch
unmöglich beweisend sein für die Ansicht ,TTerodot sei noch
für Aristoteles der Typus des Historikers*, und einen anderen
Grund für diesen Ausspruch von Wilamowitz 1 wüsste ich nicht.
Freilich ist man sich über die Bezeichnung Herodot’s als
Thurier nicht vollständig klar geworden, man dachte eben,
das sei irgend ein Beiname oder unser Autor selber habe in
der That so geschrieben, um sich als Bürger dieser athenischen
Kolonie zu bezeichnen, man vergass dabei auf die sonst mit
Recht hervorgehobenen Sympathien für Halikarnass, und auf die
Analogie mit anderen Schriftstellern; so nannte sich Hekataios
einen Milesier 2 und Thukydides einen Athener. 3 Wenn aber
schon das Citat bei Aristoteles allein dies nicht zulässt, so
kommt dazu, dass auch Duris von Samos Herodot als einen
Thurier bezeichnet, und zwar ausdrücklich Thurioi als Geburtsstätte
im Auge hat. Suidas' 1 citirt nach demselben in
der Biographie des Panyasis, den er einen Halikarnassier
nennt, fügt jedoch hinzu, Duris mache denselben zu einem
Samier, wie er denn auch Herodot einen Thurier nenne. Man
sieht also diese Ansicht von der Herkunft Herodot’s war mindestens
in der aristotelischen Schule, der Duris durch seinen
Lehrer Theophrast angehörte, ganz gang und gäbe. Dieselbe
muss aber eine ziemlich unumstössliche Geltung gehabt haben,
da Duris, der nicht Anstand nahm, den epischen Dichter von
Halikarnass aus Localpatriotismus zu einem Samier zu machen,
ein Gleiches bei Herodot nicht zu thun wagte, sondern der
Vulgata folgend ihn eben einen Thurier nannte.
Ein ähnlicher Localpatriotismus hat es bewirkt, dass die
schriftstellerische Thätigkeit und mehr als diese bei einer An-1
a. a. 0. S. 333, Anm. 13.
2 Prgm. 332 bei Müller Frgm. hist. gr. I. p. 25. b.
3 Thukyd. I. 1.
4 Suidae. lexic.. s. v. ITavüaoi; ed. Bernbardy vol. II. 2, p. 57. Ilaviaai;,
IIoAudpyou, 'AXixapvaaasu?, Tspaxoazdrax; xal -oi7)Trjs imSv • o; aßsaOsiaav,
TTjv -oirjttzrjv EiraviKaYE. Aoupi; Se AioxXe'ou; ts 7xaioa avEypatliE xai Adu'.ov *
6 p. o (co <; 3 k xat 'HpöSoxov Houptov.
Sitzuugsber. d. phil.-hist. CI. LXXXIX. ßd. 1. Oft. 28
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