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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

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Bauer.

wollen,  als  er  es  that.  Mögen  wir  immerhin  den  Kampf  der
Hellenen  und  Barbaren,  den  Herodot,  wie  er  in  der  Einleitung
seines  Werkes  sagt,  schildern  will,  erst  mit  der  Eurymedonschlacht
  beendet  sehen,  Herodot  sah  das  Ende  in  der  Belagerung ­
  von  Sestos,  und  da  sollten  wir  nicht  klüger  sein  wollen
und  ihm  dies  zugestehen.
Wie  Herodot  zu  seiner  eigenen  Zeit  stand,  das  zeigt  die
Art  und  Weise,  in  welcher  er  derselben  gedenkt;  vorübergehend ­
  und  an  wenigen  Stellen  1  nur  berührt  er  Ereignisse,
die  er  selber  erlebte.  So  sehr  war  er  mit  seiner  Denkweise
abhängig  von  den  grossen  Eindrücken  der  in  Kleinasien  verbrachten ­
  Jugendzeit,  deren  Ideale  eben  der  Kampf  und  Sieg
der  Griechen  über  die  Barbaren  waren.  Ein  solches  Werk,
dem  doch  alles  ferner  liegt,  als  die  Verherrlichung  der  neuen
athenischen  Demokratie  auch  nur  in  einem  seiner  Theile,  die
neuestens  aus  dem  dritten  Buche  erschlossen  worden  ist, 2
musste  in  Vergessenheit  gerathen,  sobald  die  Erinnerung  an
die  grosse  Vergangenheit  der  politischen  Thätigkeit  der  Gegenwart ­
  wich.  Wie  Thukydides  in  der  Pentekontaetie  damit  umgeht, ­
  ersieht  man  leicht:  es  wird  deutlich,  aber  ohne  den  Autor
zu  nennen,  einzelnes  rectificirt,  im  übrigen  scheint  es  eben
schon  für  antiquirt  und  unlesbar  gehalten  worden  zu  sein,  benützt ­
  hat  es  Thukydides  nicht. 2  So  wurden  Nachrichten  unseres

1  Vgl.  die  Zusammenstellung  der  Notizen,  die  sich  auf  Ereignisse  nach  der
Belagerung  von  Sestos  beziehen,  bei  Schöll  Philol.  1854.  Bd.  IX.  S.  196  f.
Dieselben  können  selbstverständlich  nicht  alle  als  von  Herodot  ,erlebt 4
bezeichnet  werden,  da  ein  guter  Theil  in  seine  frühe  Jugend  fällt.
2  Wilamowitz-Möliendorf  im  Hermes  Bd.  XII.  3.  H.  S.  326  f.  macht  dies
S.  331  Anm.  11  gegen  Büdinger  zu  Gunsten  der  Kirchhoff’sclien  Ansicht
geltend,  vgl.  Hachez,  de  Herod.  itineribus  et  scriptis.  Gotting.  1878,  p.  5.
3  Die  bezeichnendste  Stelle  bei  Thukydides  ist  die  über  den  Mord  der
Kyloneer.  Man  vergleiche  :

Thuk.  I.  126.

Herod.  V.  71.

KuXtov  yjv  ’OXuixTCiovfxrjs,  avrjp
AOrjvaTcx;,  xtov  7raXai  euy£V7j<;  X£  xat
ouvoctos  ....  ircetorj  i^rjXOov  ’OXupjtia
xa  ev  Il£Xo7:ovv7]<To),  /ax£Xaße  xrj  v
axpo'^oXtv  to$  in  t  xupavv(8i

avaaxijcjavxES  oe  auxou;  ot  xtov  ’AQr]-vaicov
  £7ctx£xpajj.p.£Voi  XTjV  jpuXaxrjv  .  .  .
aTjayaYovxes  cw^xxeivav.

TIv  KuXtov  xüjv  ’AOrjva  ito  v  avrj  p
DXu  [in  io  v{x.rj5  *  ouxo<;  etci  xuoavv(oi
  ix.dp.rjaE  .  .  .  .  xaxaXaßEfv  xrj  v
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aviaxacrt  p.£V  oi  TtpuxaviES  xwv  vauxpaptov.


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