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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

Ueber  die  weichen  e-Silben  im  Altböhmischen.

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Die  Form  jejie  wird  fast  nur  possessiv  gebraucht  und  in
Folge  dessen  mit  der  Zeit  als  Adjectivum  possessivum  aufgefasst ­
  und  declinirt:  jejieho  später  jejiho,  jejiemu  später
jejimu  u.  s.  w.  Die  Anfänge  dieser  Declination  sind  im  Altböhmischen ­
  viel  häufiger  zu  finden,  als  man  zu  glauben  scheint;
im  Passional  gehören  hieher:  gegyey  pocestnej  postave,  d.  i.
jejiej  sg.  Dat.  335  und  gegyey  sö  milosti  poruö  410.
Sing.  Dat.  masc.  neutr.  jemu  und  nemu,  e  für  asl.  e,
jemu,  nemu.  Z.  B.  gemu  275,  276  .  .  gemuzto  275  .  .  .,  yemu
459,  464  .  .  .,  yemuzto  461,  463  .  .  .,  sehr  häufig;  —  k  nemu,
d.  i.  k  nemu  275  und  öfters  (51  Mal),  k  nemuz,  d.  i.  k  nemuz
290  u.  ö.  (17  Mal),  k  nemuzto,  d.  i.  k  nemuzto  304  u.  ö.
(26  Mal),  proti  nemu  294,  298,  proti  nemuzto  301,  369,  396;
—  ohne  Ausnahme.
Sing.  Dat.  Loc.  fern.  Das  Altslovenische  hat  hier  die
Formen  i  vom  Stamme  ja-  und  jej  vom  Stamme  jeja-  (Miklosich,
Sitzungsber.  a.  a.  O.).
Dem  asl.  i  entspricht  das  aböhm.  ji,  welches  in  der
zusammengesetzten  Declination  zur  Bildung  dieser  Casus  verwendet ­
  erscheint,  vysocej  aus  vysocö  -f-  ji,  ebenso  wie  asl.
dobrei  =  dobre  -(-  i.  Selbstständig  tritt  diese  Form  im  Altböhmischen ­
  nicht  auf  und  wird  durch  jiej  (wobei  die  Länge
der  Silbe  als  wahrscheinlich  angenommen  wird)  vertreten.
Dieses  jiej  ist  aber  nicht  das  asl.  jej,  denn  asl.  jej  würde  altböhmisch ­
  ebenfalls  jej  lauten,  sondern  es  ist,  wie  ich  glaube,
durch  Einfluss  des  Dat.  Loc.  tej,  dobrej  u.  s.  w.  aus  ji  hervorgegangen ­
  und  daher  mit  dem  nsl.  jej  zusammenzustellen  (vergl.
Miklosich  a.  a.  0.).
Eine  dem  asl.  jej  entsprechende  Form  hat  das  Altböhmische ­
  nach  meiner  Beobachtung  nicht.  Wenn  man  mitunter
ein  aböhm.  jej  findet  oder  zu  finden  glaubt,  so  ist  das  wiederum
ungenau  geschrieben  oder  unrichtig  gelesen.  Alte  Denkmäler,
deren  Orthographie  in  Betreff  des  e,  e  und  ie  etwas  genau  ist,
bieten  jiej  als  Regel;  findet  man  dagegen  stfözechu  iei  püti
jejie  drähu  Rukop.  Kräh,  so  ist  zu  berücksichtigen,  dass  die
Schreibweise  dieses  Denkmals  in  unserer  Hinsicht  überhaupt
ungenau  ist;  und  wenn  in  der  Katharinen-Legende  v.  257  ta
jej  (sc.  Katefine)  inhed  da  vödeti  und  v.  121  nikdö  jej  nebyla
            
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