Ueber die weichen e-Silben im Altböhmischen.
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Die Form jejie wird fast nur possessiv gebraucht und in
Folge dessen mit der Zeit als Adjectivum possessivum aufgefasst
und declinirt: jejieho später jejiho, jejiemu später
jejimu u. s. w. Die Anfänge dieser Declination sind im Altböhmischen
viel häufiger zu finden, als man zu glauben scheint;
im Passional gehören hieher: gegyey pocestnej postave, d. i.
jejiej sg. Dat. 335 und gegyey sö milosti poruö 410.
Sing. Dat. masc. neutr. jemu und nemu, e für asl. e,
jemu, nemu. Z. B. gemu 275, 276 . . gemuzto 275 . . ., yemu
459, 464 . . ., yemuzto 461, 463 . . ., sehr häufig; — k nemu,
d. i. k nemu 275 und öfters (51 Mal), k nemuz, d. i. k nemuz
290 u. ö. (17 Mal), k nemuzto, d. i. k nemuzto 304 u. ö.
(26 Mal), proti nemu 294, 298, proti nemuzto 301, 369, 396;
— ohne Ausnahme.
Sing. Dat. Loc. fern. Das Altslovenische hat hier die
Formen i vom Stamme ja- und jej vom Stamme jeja- (Miklosich,
Sitzungsber. a. a. O.).
Dem asl. i entspricht das aböhm. ji, welches in der
zusammengesetzten Declination zur Bildung dieser Casus verwendet
erscheint, vysocej aus vysocö -f- ji, ebenso wie asl.
dobrei = dobre -(- i. Selbstständig tritt diese Form im Altböhmischen
nicht auf und wird durch jiej (wobei die Länge
der Silbe als wahrscheinlich angenommen wird) vertreten.
Dieses jiej ist aber nicht das asl. jej, denn asl. jej würde altböhmisch
ebenfalls jej lauten, sondern es ist, wie ich glaube,
durch Einfluss des Dat. Loc. tej, dobrej u. s. w. aus ji hervorgegangen
und daher mit dem nsl. jej zusammenzustellen (vergl.
Miklosich a. a. 0.).
Eine dem asl. jej entsprechende Form hat das Altböhmische
nach meiner Beobachtung nicht. Wenn man mitunter
ein aböhm. jej findet oder zu finden glaubt, so ist das wiederum
ungenau geschrieben oder unrichtig gelesen. Alte Denkmäler,
deren Orthographie in Betreff des e, e und ie etwas genau ist,
bieten jiej als Regel; findet man dagegen stfözechu iei püti
jejie drähu Rukop. Kräh, so ist zu berücksichtigen, dass die
Schreibweise dieses Denkmals in unserer Hinsicht überhaupt
ungenau ist; und wenn in der Katharinen-Legende v. 257 ta
jej (sc. Katefine) inhed da vödeti und v. 121 nikdö jej nebyla