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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

Gebauer.  Ueber  die  weichen  e-Silben  im  Altbolimischen.

317

Ueber  die  weichen  e-Silben  im  Altböhmischen.
Von
Dr.  Joh.  Gebauer.

I.
Die  vorliegende  Abhandlung  hat  die  altböhmischen  weichen
e-Silben  zum  Gegenstände,  d.  h.®  diejenigen,  deren  Yocal
oder  Diphthong  e,  ie  oder  ye  1  geschrieben  wird,  und  namentlich ­
  jene  von  ihnen,  die  kurz  sind  und  wo  der  Yocal  auf  einen
von  den  Consonanten  z,  s,  c,  r,  z,  S,  c,  j,  n  folgt.
Es  ist  dies  eine  der  schwierigsten  Partien  des  Altböhmischen. ­

Die  Handschriften  Hessen  hierin  nach  der  bisherigen  Beobachtung ­
  keine  Regel  erkennen.  Man  findet  z.  B.  im  Leben
der  h.  Katharina  (ed.  Erben  1860)  den  Acc.  jej  eum  im
Vers  58  gey,  daneben  aber  auch  giey  151  und  gyey  15  geschrieben; ­
  ebenso  gegie,  d.  i.  jejie,  asl.  jeje  122  und  giegie
128;  zdase  Imperf.  220  neben  stasie  219  und  stasye  2778;
wecze  Aor.  265  und  weczie  390;  —  und  im  Neuen  Rath  (meine
Aüsgabe  1876)  ze  38  neben  zie  41,  d.  i.  ze,  wsse  stvorenie
142  und  wssie  stvorenie  156,  jim  wssem  1366  und  jemu  i
wssiem  116,  wssech  40  und  wssiech  1378,  stworzenie  142  und
stworzienie  431,  pfi  wierze  1111  und  u  wierzie  2113,  przeludi
1066  und  prziemohu  1669,  morderze  plur.  Acc.  1313  und
1  Beides,  ie  und  ye,  hat  in  altböhmischen  Handschriften  dieselbe  Geltung,
z.  B.  in  dem  weiter  unten  genannten  Passionale:  rziecz  282  und  rzyecz
321,  asl.  recL,  zgiewil  391  und  zgyewil  375,  asl.  iz'Bjavih»,  sing.  Gen.
obicziegie  275  und  obyczyegye  339,  asl.  obycaja  u.  s.  w.
Sitzungsber.  d.  pliil.-hist.  CI.  LXXXIX.  Bd.  I.  Hft.  23
            
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