Gebauer. Ueber die weichen e-Silben im Altbolimischen.
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Ueber die weichen e-Silben im Altböhmischen.
Von
Dr. Joh. Gebauer.
I.
Die vorliegende Abhandlung hat die altböhmischen weichen
e-Silben zum Gegenstände, d. h.® diejenigen, deren Yocal
oder Diphthong e, ie oder ye 1 geschrieben wird, und namentlich
jene von ihnen, die kurz sind und wo der Yocal auf einen
von den Consonanten z, s, c, r, z, S, c, j, n folgt.
Es ist dies eine der schwierigsten Partien des Altböhmischen.
Die Handschriften Hessen hierin nach der bisherigen Beobachtung
keine Regel erkennen. Man findet z. B. im Leben
der h. Katharina (ed. Erben 1860) den Acc. jej eum im
Vers 58 gey, daneben aber auch giey 151 und gyey 15 geschrieben;
ebenso gegie, d. i. jejie, asl. jeje 122 und giegie
128; zdase Imperf. 220 neben stasie 219 und stasye 2778;
wecze Aor. 265 und weczie 390; — und im Neuen Rath (meine
Aüsgabe 1876) ze 38 neben zie 41, d. i. ze, wsse stvorenie
142 und wssie stvorenie 156, jim wssem 1366 und jemu i
wssiem 116, wssech 40 und wssiech 1378, stworzenie 142 und
stworzienie 431, pfi wierze 1111 und u wierzie 2113, przeludi
1066 und prziemohu 1669, morderze plur. Acc. 1313 und
1 Beides, ie und ye, hat in altböhmischen Handschriften dieselbe Geltung,
z. B. in dem weiter unten genannten Passionale: rziecz 282 und rzyecz
321, asl. recL, zgiewil 391 und zgyewil 375, asl. iz'Bjavih», sing. Gen.
obicziegie 275 und obyczyegye 339, asl. obycaja u. s. w.
Sitzungsber. d. pliil.-hist. CI. LXXXIX. Bd. I. Hft. 23