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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

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Bischof  f.

waren  meine  Anfragen  in  den  Gemeinden  Uggowitz,  Raibl,
Saifnitz  und  beim  Herrn  Dechant  im  zuletzt  genannten  Orte.
Vom  ehemaligen  Archiv  der  Herrschaft  Tarvis  befindet  sich
noch  ein  grosser  und  theilweise  beachtenswerther  Rest  auf  dem
Dachboden  des  Hauses,  in  welchem  sich  die  Gutsverwaltung
befindet,  es  ist  aber  mehrstündigem  Herumsuchen  in  dem
ungeordneten  Haufen  nicht  gelungen,  etwas  für  die  Weisthümersammlung
  zu  finden.
Auf  dem  Wege  nach  Klagenfurt,  wohin  ich  mich  schliesslich ­
  wendete,  frug  ich  in  Rossegg  bei  dem  Kaufmanne  Zimmermann ­
  nach  Archivalien,  da  ich  erfahren  hatte,  dass  er  viele
Gentner  beschriebenen  Papiers  aus  dem  Wernberger  Archive
käuflich  an  sich  gebracht  hätte.  Ich  sah  aber  bei  ihm  nur
mehr  wenig  von  seiner  Errungenschaft,  indem  das  Uebrige
inzwischen  von  ihm  dem  historischen  Vereine  für  Kärnthen
überlassen  worden  war.  Gegenüber  dem  Vandalismus  anderer
Maculaturkäufer  verdient  Zimmermann’s  Handlungsweise  Anerkennung. ­
  Die  Gemeinde  Rossegg  soll  nichts  von  älteren
Schriften  besitzen.  Vom  Schlossarchive  befinden  sich  grosse
Massen  gänzlich  ungeordnet  und  verwahrlost  unter  dem  Dache
und  wurden  von  mir  vergebens  durchsucht.  Ebenso  w r enig  fand
sich  etwas  für  mich  in  Velden.
Schon  im  April  1877  war  ich  nach  Klagenfurt  gereist,
um  dort  nach  Weisthümern  zu  suchen,  aber  eine  bösartige
Erkältung,  die  ich  mir  da  zuzog,  zwang  mich  bald  meine  kaum
begonnene  Arbeit  auf  spätere  Zeit  zu  verschieben.  Mit  gütigster
Erlaubniss  des  Herrn  Fürstbischofs  von  Gurk  und  gefälligster
Beihilfe  seines  Herrn  Secretärs  untei’suchte  ich  das  nicht
grosse,  nunmehr  geordnete  und  recht  gut  situirte  bischöfliche
Archiv,  leider  auch  ohne  ein  eigentliches  Banntaiding  zu  finden,
aber  doch  nicht  ganz  erfolglos.  In  dem  Urbarium  der  Herrschaft ­
  Strassburg  vom  Jahre  1553  fand  sich  eine  Aidinger
Forstordnung  vom  Jahre  1538,  aus  einem  Dürrensteiner
Urbarium  copirte  ich  ein  Weisthum  über  die  zur  Herrschaft
gehörigen  Rechte  aus  dem  16.  Jahrhunderte.  Der  Codex
Nr.  290  enthält  unter  Andern  Aufzeichnungen  über  Stifttage,
welche  vom  bischöflichen  Hauptmanne  in  den  Jahren  1512
und  1513  zu  Weitenstein,  St.  Georgen,  Peilenstein,  Windischlandsberg,
  Wisell  und  Nassenfuss  abgehalten  wurden.  Dem
            
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