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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

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B  i  s  c  h  o  f  f.

ordnete  von  allen  mir  bekannt  gewordenen  weltlichen  Privatarchiven ­
  in  Kärnthen.  Mit  Hilfe  der  vorhandenen  Repertorien
und  der  dankenswerthesten  Unterstützung  seitens  des  Herrn
Güterdirectors  Kofler  gelang  es  mir  in  verhältnissmässig  sehr
kurzer  Zeit  mich  über  den  grössten  Theil  des  Vorhandenen  zu
orientiren  und  einige  für  die  Weisthümersammlung  meines
Erachtens  brauchbare  Stücke  auszuheben.  So  fand  ich  da  in
den  Urbarien  der  Herrschaft  Gmündt  aus  den  Jahren  1579,
1588  und  1611  unter  der  Ueberschrift:  Voigt  das  Confin-Libell,
den  Anfang  eines  alten  Banntaidings,  nämlich  die  bekannten
Fragen  über  die  rechte  Zeit  u.  s.  w.  und  hierauf  die  Beschreibung ­
  der  Gerichtsgrenzen,  leider  aber  nicht  auch  die  weiteren
Artikel,  welche  einst  zweifellos  jenem  Anfänge  folgten.  Auch
fand  ich  mehrere  unten  verzeiehnete  Alpenbriefe  und  Ordnungen
die  den  betreffenden  Gemeinden  oder  Nachbarschaften  bei
ihren  jährlichen  Versammlungen,  den  sogenannten  Landtagen,
ausgefertigt  und  immer  wieder  vorgehalten  wurden,  wo  auch
verschiedene  die  Alpe  betreffende  Angelegenheiten  verhandelt,
die  Almmeister  gewählt  oder  bestätigt,  die  Halter  aufgenommen
wurden  u.  s.  w.  Weiter  fand  ich  hier  mehrere  Forst-  und
Waldordnungen  aus  dem  17.  und  18.  Jahrhunderte  und  Proclamationen
  oder  sogenannte  Waldordnungspunkta  aus  den
Jahren  1640,  1700  und  1750,  welche  den  sämmtlichen  Unterthanen
  in  den  Herrschaften  Gmünd  und  Sommeregg  zu  verkündigen ­
  waren,  und  bei  dem  Mangel  eines  Banntaidings  —
die  anscheinend  verlässlichen  Repertorien  nennen  keines  —
willkommene  Surrogate  eines  solchen  sind.  Uebrigens  enthält
das  Archiv  auch  noch  eine  grosse  Anzahl  von  Gerichtsprotokollen, ­
  deren  Inhalt  die  Repertorien  nicht  näher  bezeichnen
und  deren  ich  nur  einige  wenige  durchsehen  konnte,  so  dass
möglicherweise  noch  Manches  für  die  Weisthümersammlung  da
gefunden  werden  könnte.
In  Sachsenburg  sah  ich  einige  meist  belanglose  Reste
des  ehemaligen  Herrschaftsarchivs  im  Privatbesitz,  in  welchen
sie  als  Maculatur  gelangt  sind,  darunter  einige  Aufzeichnungen
über  abgehaltene  Stifttage,  aber  keine  Stiftartikel;  ferner  ein
Grundbuch  der  Herrschaft  Sachsenburg-Feldsperg  aus  dem
17.  Jahrhunderte  (c.  1660),  und  darin  eine  Beschreibung  des
Gerichtes,  deren  zwölfter  Artikel  berichtet,  dass  in  disem
            
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