Bericht über Weisthtira er-Forschungen.
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endlich Bescheidung etwa vorgelegter Gesuche um das Bürgerrecht.
Eine andere Gemeindeversammlung fand am Freitag
nach Georgi statt. Spätestens um fünf Uhr Morgens begann
sie mit Ablesung des Bürgerregisters, worauf der bisherige
Stadtrichter auf sein Amt resignirt und die Danksagung des
Magistrats aus dem Munde des Stadtschreibers entgegennimmt.
Hierauf wurde die erwähnte herrschaftliche Instruction verlesen
und sodann zur Wahl eines neuen Stadtrichters geschritten,
indem seit 1631 ein Wähler nach dem andern in die Rathsstube
berufen wurde und da dem Bürgermeister und einem
herrschaftlichen Commissär den Namen des Erwählten angab,
während früher die Wahl öffentlich war. Hierauf wurde der
in der Rathsstube versammelten Bürgerschaft das Wahlergebniss
verkündiget, dieselbe zum Gehorsam ermahnt, dem neugewählten
Stadtrichter das Richteramt nach seinem besten Vermögen
und Verstand zu verwalten anempfohlen, und von seinem
Vorgänger unter Uebergabe des Schlüssels zum Stadtsiegel
und des Gehorsamsschlüssels die gewöhnliche Session eingeräumt.
Sodann konnten gemeine Beschwerden vorgebracht
und erledigt, Willküren beschlossen werden. Nachmittag fand
die Besichtigung und Berichtigung der Gemeindegrenzen statt,
nach deren Beendigung jeder Bürger beim Bürgermeister eine
Maass Wein und ein Kreuzerbrot verzehren durfte, während
den Rathsherren drei Speisen vorgesetzt wurden. Nachdem auch
diess vollbracht, gab man dem neuen Stadtrichter ,über den
Platz öffentlich mit Spielleuten und Musikanten, die das surrexit
Christi singen', das Geleite in seine Wohnung. Auch in
dieser Versammlung konnten gemeine und private Beschwerden
vorgebracht werden, sie sind sich aber in Gmünd nicht so gleich
geblieben, wie an einigen andern Orten. — Jenem alten Bericht
über städtische Rechtsübung ist weiter auch die Abhaltung
mehrerer Stifttage zu entnehmen, namentlich der Kirchenstift
am St. Johannstag in den Weihnachten, der Bruderschaftstift
am Donnerstag nach Dreikönig, der Spitalstift am St. Thomastage,
wobei die Erschienenen mit Wein und Speisen, die
,Herrn' bei der Spitalstift sogar mit einer ,pratwuerst' bewirthet
wurden. Stiftartikel haben sich nicht gefunden. — Ausser dem
Gemeindearchive lernte ich in Gmünd noch das gräflich
Lodron’sche Schlossarchiv kennen, das reichste und bestge-