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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

Bericht  über  Weisthtira  er-Forschungen.

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endlich  Bescheidung  etwa  vorgelegter  Gesuche  um  das  Bürgerrecht. ­
  Eine  andere  Gemeindeversammlung  fand  am  Freitag
nach  Georgi  statt.  Spätestens  um  fünf  Uhr  Morgens  begann
sie  mit  Ablesung  des  Bürgerregisters,  worauf  der  bisherige
Stadtrichter  auf  sein  Amt  resignirt  und  die  Danksagung  des
Magistrats  aus  dem  Munde  des  Stadtschreibers  entgegennimmt.
Hierauf  wurde  die  erwähnte  herrschaftliche  Instruction  verlesen
und  sodann  zur  Wahl  eines  neuen  Stadtrichters  geschritten,
indem  seit  1631  ein  Wähler  nach  dem  andern  in  die  Rathsstube ­
  berufen  wurde  und  da  dem  Bürgermeister  und  einem
herrschaftlichen  Commissär  den  Namen  des  Erwählten  angab,
während  früher  die  Wahl  öffentlich  war.  Hierauf  wurde  der
in  der  Rathsstube  versammelten  Bürgerschaft  das  Wahlergebniss
verkündiget,  dieselbe  zum  Gehorsam  ermahnt,  dem  neugewählten ­
  Stadtrichter  das  Richteramt  nach  seinem  besten  Vermögen ­
  und  Verstand  zu  verwalten  anempfohlen,  und  von  seinem
Vorgänger  unter  Uebergabe  des  Schlüssels  zum  Stadtsiegel
und  des  Gehorsamsschlüssels  die  gewöhnliche  Session  eingeräumt. ­
  Sodann  konnten  gemeine  Beschwerden  vorgebracht
und  erledigt,  Willküren  beschlossen  werden.  Nachmittag  fand
die  Besichtigung  und  Berichtigung  der  Gemeindegrenzen  statt,
nach  deren  Beendigung  jeder  Bürger  beim  Bürgermeister  eine
Maass  Wein  und  ein  Kreuzerbrot  verzehren  durfte,  während
den  Rathsherren  drei  Speisen  vorgesetzt  wurden.  Nachdem  auch
diess  vollbracht,  gab  man  dem  neuen  Stadtrichter  ,über  den
Platz  öffentlich  mit  Spielleuten  und  Musikanten,  die  das  surrexit
  Christi  singen',  das  Geleite  in  seine  Wohnung.  Auch  in
dieser  Versammlung  konnten  gemeine  und  private  Beschwerden
vorgebracht  werden,  sie  sind  sich  aber  in  Gmünd  nicht  so  gleich
geblieben,  wie  an  einigen  andern  Orten.  —  Jenem  alten  Bericht ­
  über  städtische  Rechtsübung  ist  weiter  auch  die  Abhaltung
mehrerer  Stifttage  zu  entnehmen,  namentlich  der  Kirchenstift
am  St.  Johannstag  in  den  Weihnachten,  der  Bruderschaftstift
am  Donnerstag  nach  Dreikönig,  der  Spitalstift  am  St.  Thomastage, ­
  wobei  die  Erschienenen  mit  Wein  und  Speisen,  die
,Herrn'  bei  der  Spitalstift  sogar  mit  einer  ,pratwuerst'  bewirthet
wurden.  Stiftartikel  haben  sich  nicht  gefunden.  —  Ausser  dem
Gemeindearchive  lernte  ich  in  Gmünd  noch  das  gräflich
Lodron’sche  Schlossarchiv  kennen,  das  reichste  und  bestge-
            
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