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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

Bericht  über  Weisthümer-Forschungen.

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Sammlungen  mit  der  bekannten  Tagesordnung  abgehalten
wurden.  Gänzlich  bar  alter  Schriften  ist,  laut  der  Versicherung
des  Bürgermeisters,  die  Gemeinde  Friesach,  und  auch  von
den  Beständen  des  ehemaligen  Vicedomarchives  soll  da  nichts
mehr  anzutreffen  sein.  Gleich  erfolglos  war  meine  Anfrage
im  Schlosse  Grades,  wogegen  die  Gemeinde  Grades  doch  noch
einige  ziemlich  alte  Privilegien  und  Confirmationen  ihrer  Rechte
und  Freiheiten,  einige  Gerichtsprotokolle  vom  Jahre  1570  an
und  mancherlei  andere  ältere  Schriften,  leider  zum  grössten
Theile  an  einem  total  lichtlosen  Orte  aufbewahrt,  so  dass  die
ganze,  freilich  nicht  grosse  Schriftenmasse  erst  herausgeholt
werden  musste,  um  durchgesehen  werden  zu  können,  wobei
mich  der  Herr  Communeverwalter  bereitwilligst  unterstützte.
Ich  notirte  mir  aus  den  Gerichtsprotokollen,  dass  der  gewönliche
  ,gemaintag'  jährlich  am  Palmsonntag  nach  der  Palmen  weihe
am  jfreithoP  abgehalten  wurde  (in  St.  Leonhart  fand  die  Richterwahl ­
  am  St.  Veitstag  in  der  St.  Kunigundenkirche  statt,  in
Griffen  am  ersten  Sonntag  nach  Geoi’gi,  in  Völkermarkt  war
eine  Gemeindeversammlung,  worin  auch  Beschwerden  der  Sechser
und  der  Gemeinde  vorgebracht  wurden,  am  Neujahrstage,  in
St.  Veit  am  Tage  Johannis  des  Evangelisten),  und  copirte  ein
altes  Verzeichniss  der  Gerichtsgrenzen.  Aehnlieh  verhielt  es
sich  in  Mettnitz,  nur  mit  dem  Unterschiede,  dass  der  Schriftenvorrath
  hier  noch  geringer  aber  bequemer  zugänglich  ist.  Ich
fand  hier  die  Confirmation  der  freihaitten  der  dorfmennig  und
burgfrieder  in  der  Möttnitz  vom  Jahre  1577,  die  ich  mir  zur
Abschrift  ausbat  und  —  wie  auch  die  Confirmaitorien  von
St.  Leonhard,  Grades  und  das  Marktbuch  von  Griffen  —  in  dankenswerthester
  Weise  geliehen  erhielt.  Etwas  schwieliger  war
es,  die  Confirmationen  der  Gemeindestatuten  von  Strassburg
von  1552  und  1758  zu  erlangen,  die  mit  einigen  sehr  wenigen
andern  Stücken  so  gut  verwahrt  waren,  dass  man  sie  kaum
mehr  zu  finden  wusste  und  dass  sie  ohne  meine  Nachfrage
vermuthlich  in  nicht  gar  langer  Zeit  gänzlich  verschimmelt
wären.  Dennoch  verlangte  der  Herr  Gemeindesecretär  von
mir  einen  Ausweis  darüber,  dass  ich  wirklich  derjenige  sei,
als  welcher  ich  mich  ihm  vorgestellt  hatte,  beruhigte  sich  aber
glücklicherweise  sofort  beim  Anblick  des  Empfehlungsbriefes
des  Statthalters.  Das  ehemalige  Archiv  des  Schlosses  Strass-
            
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