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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 89. Band, (Jahrgang 1878)

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Bischof  f.

sein,  wenn  sie  den  noch  vorhandenen  Rest  des  Archivs  dem
historischen  Vereine  für  Kärnthen  zuführen  liesse  und  so  allgemein ­
  benützbar  machen  würde.
Nachdem  ich  noch  in  der  Stadtpfarrkirche  und  im  benachbarten ­
  Orte  St.  Margareth  vex-gebens  angefragt  hatte,  fuhr
ich  nach  St.  Leonhart  und  nach  Reichenfels.  Letztere
Gemeinde  soll,  nach  Versicherung  des  Gemeindevorstandes,
ihre  älteren  Schriften  durch  Brände  verloren  haben,  erstere  besitzt
noch  eine  unbedeutende  Anzahl  solcher,  darunter  auch  die  Confinnation
  ihrer  durch  den  Bischof  Ernst  artikelweis  zusammengetragenen ­
  Gemeindestatuten  durch  B.  Gottfried,  leider  gegen
das  Ende  zu  beschädigt.  Ebensowenig  wie  hier  war  in  Griffen,
im  Schloss  Ehrnegg  und  in  Völkermarkt  für  die  Weisthümersammlung
  eine  Ausbeute  zu  machen,  obwohl  ich  nach
einer  brieflichen  Nachricht  des  Herrn  Bürgermeisters  in  Völkermarkt ­
  etwas  zu  finden  hoffen  durfte.  Die  Gemeinde  Gi’iffen
besitzt  noch  ein  immei-hin  beachtenswei’thes  Marktbuch  aus
dem  Anfang  des  17.  Jahrhunderts  mit  Abschriften  des  Urbariums,
der  Rüst-  und  Steuergelder,  der  Privilegien  und  Anderem,  auch
einer  Beschreibung  verschiedener  Rechtsgebräuche,  z.  B.  bei
der  Richterwahl;  aber  kein  Banntaiding.  Auch  das  Decanatsarchiv
  zu  Völkermarkt  und  das  der  Propstei  zu  Teinach  wui'de
vei’geblich  durchsucht  und  im  Schlosse  Neidenstein  soll  nach
vei'lässlicher  Aussage  gar  nichts  mehr  von  Archivalien  zu
finden  sein.  Eberstein,  Wieting  und  Hüttenberg  blieben
unbesucht,  weil  von  den  beiden  letzteren  Orten  Urkunden  bereits ­
  im  Besitze  der  Weisthümer-Commission  sind,  zu  Eberstein ­
  aber  nach  Mittheilung  des  dortigen  k.  k.  Notars  Herrn
J.  Fresacher  keine  alten  Schriften  auf  bewahrt  werden.  Aus
den  ziemlich  dürftigen  Resten  des  Archives  der  einstigen
Landeshauptstadt  St.  V'eit  war  auch  nichts  für  die  Weisthümei’sammlung
  zu  entnehmen,  nachdem  mehrere,  laut  eines
alten  Archivsrepertoriums,  einst  vorhanden  gewesene  Schriften,
die  vielleicht  Brauchbares  geboten  hätten,  nicht  mehr  zu  finden
waren,  wie  z.  B.  eine  Beschreibung  der  Stadtfreiheiten,  ,die
nicht  in  dem  pergamentenen  Vidimus  enthalten',  vom  Jahre
1521,  gemeiner  Stadt  Oi'dnungsbuch,  Jahrmarktsberuef,  gemeiner
Stadt  Beschwerden,  und  Anderes.  Rathsprotokolle  von  1644  an
zeigen,  dass  auch  in  St.  Veit  mehrere  allgemeine  Bürgerver-
            
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