192
Bischof f.
sage des Grafen Dr. Ignaz Attems keine älteren Schriften
enthalten), in Gemeinde und Schloss Wölau, Schloss Sallach,
Schloss Lemberg, und in den Gemeinden Sachsenfeld und
Weiten stein. Aus den wenigen Ueberresten des ehemaligen
Archivs der Herrschaft Weitenstein überliess mir der Gewerke
und Güterdirector Mullei ein Urbarium der Herrschaften Nassenfuss,
Wisell, Windisch-Landsberg, Peilenstein, Weitenstein und
St. Georgen aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts zur Benützung,
welches eine Instruction für den Pfleger von Neu-Weitenstein
enthält, die in Ermanglung eines Weisthums in
die WeisthümerSammlung aufzunehmen sein dürfte.
In Cilli wurde eine grosse Masse gänzlich ungeordneter
Acten und Bücher in einem fensterlosen Gewölbe neben
der Rüstkammer der Feuerwehr im Stadthause durchsucht und
fanden sich da einige Rathsprotokolle, aus deren ältestem zu
entnehmen war, dass am 2. Juli 1687 beiläufig hundert und
dreissig Stadthäuser, darunter auch das Rathliaus mit seinen
besten Schriften abgebrannt sei. Diese Protokolle bezeugen
auch die Abhaltung allgemeiner Bürgerversammlungeü in Cilli,
gleich denen in andern Gemeinden: aber Banntaidingsartikel
enthalten sie nicht. Gleich erfolglos blieben meine Nachfragen
in der Stadt-Propstei, beim Kreisgericht, Grundbuchsamt und bei
der Bezirkshauptmannschaft in Cilli, ferner auch ein wiederholter
Besuch des nahegelegenen sogenannten Edelthums oder Schöffenamtes
Tüchern, dessen Freiheiten übrigens schon im zweiten
Berichte nachgewiesen wurden, und ein Ausflug in den Markt
Tüffer, wo ich aber nur beim Gemeindevorstand anzufragen
Zeit hatte. Nach Lichtenwald, Montpreis, Drachenburg
und Rann ging ich nicht, weil laut brieflicher Nachrichten
die dortigen Gemeindeämter keine älteren Schriften besitzen;
vergebens waren auch meine Nachforschungen im Markt- und
Schlossarchiv zu Rohitsch, obgleich mir von anscheinend
sehr verlässlicher Seite brieflich versichert worden war, dass
in der Gemeindekanzlei mehrere alte Markt-Ordnungen (sollte
heissen Privilegien) vorhanden wären.
Vor und nach dieser Bereisung des südlichen Landestheiles
habe ich nach Thunlichkeit auch die bei der steiermärkischen
k. k. Statthalterei verwahrten Archivalien
durchforscht, Namentlich die sogenannten Miscellanea und die