Bisclioff. Bericht über Weisthümer-Forscliungeii.
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Dritter Bericht über Weisthümer-Forschungen.
Erstattet von
Dr. Ferdinand Bischoff,
correspondirendem Mitgliede der k. Akademie der Wissenschaften.
I.
Steiermark.
Laut meiner in den Sitzungsberichten (Bd. LXXXIII
und LXXXV) abgedruckten Berichte über Weisthümer-Forschungen
in Steiermark war bisher der südliche Theil dieses
Landes von Ehrenhausen an, und der mittlere Theil von Kindberg
an nordwärts, von mir nach Weisthümern noch nicht
durchforscht worden. Nachdem die Aussendung einiger Hunderte
von Briefen fast gar keinen Erfolg hatte, machte ich im
April 1877 einen Ausflug in den bezeichneten nördlichen
Landestheil, der sich bis nach Mürzzuschlag erstreckte. In
Krieglach fand sich ein Vergleich der Dorfnachbarschaft
Wartberg vom Jahre 1672, im Schlosse Hohenwang eine
Wiesen-, Wald- und Weideordnung der Herrschaft Hohenwang
vom Jahre 1606 in einem Protokoll vom Jahre 1589 u. f. In
diesem Protokolle, welches mir vom Herrn Gutsverwalter zur
Benützung gütigst überlassen wurde, finden sich auch ziemlich
viele Vermerke über Banntaidinge, welche in den Jahren
1649—1675 in Neuberg gewöhnlich im Juli oder August,
und in Ratten, zur Herrschaft Kranichsberg gehörig, im
Mai oder Juni abgehalten wurden. Die Herrschaft Hohenwang
liess nämlich in diesen Banntaidingen durch Abgeordnete beharrlich
Protest erheben, in Ratten wegen strittiger Burgfriedsgrenze,
in Neuberg wegen des sogenannten Fresengrundes, und
vermerkte diess sorgfältig im Protokoll. Die Banntaidingsartikel
von Neuberg und Ratten wurden schon im ersten Berichte