Die Guttural-Laute der indogermanischen Sprachen.
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immer & bleibt, während bei jjj manchmal ein g an dessen Stelle
tritt. Dies führt zu dem Schlüsse, dass bei li der Palatalisirungs-Proeess
früher um sich griff als bei tj, dass es also ganz
natürlich ist, wenn wir gegenüber 7c, wo die Phase tS blos in
einzelnen Spuren existirt, bei g die Phase dz noch in voller
Blüte antreffen.
Merkwürdig ist es, dass die übrigen indogermanischen
Sprachen, welche g von g scheiden, von g bereits die dritte
Phase darbieten, nämlich altbaktr. z (Tönende zu s), litauisch z
(Tönende zu sz), altslavisch z (Tönende zu s).
Wir gelangen nun zu gh. Gleichwie für g = yj, müssen
wir im Indischen für gh = rj( (dzh) erwarten. Und so ist auch
der Sachverhalt.
Freilich erscheint dieses dzh nicht als bestimmter Laut
gleich dem s und dz, da dort, wo er sich hätte halten können,
durch Umsichgreifen der Aspiration (wie bei gh, dh, bh) der
ganze explosive Bestandtheil verloren ging, wir also an seiner
Stelle ein li antreffen. 1 Es ward also aus ligh durch lidzh hindurch
Uh (altind. irrj^f). Es gibt aber Fälle, durch welche die
Existenz von lidzli im Altindischen verbürgt ist. Ein solcher
Fall ist das Participium perfecti pass., gebildet mittelst des
Suffixes —ta. Gleichwie aus dugh-ta— durch retrograde Assimilation
(in den indogermanischen Sprachen einer der seltenen Fälle)
dugh-dha— und dann dug-dlia— ward, ebenso ward aus lidzhta—
zunächst liclzh-dha—, dann lid-dha—, daraus endlich durch
Aufhebung der Consonanten-Verdoppelung und vocalische Ersatzdehnung
lidha—. Dass wir hier die Mittelform lidzh nothwcndig
annehmen müssen und mit lizh nicht auskommen, wenn
auch letzteres durch ST und litauisches z, altbaktr. z postulirt
wird, beweisen neben lidha— auch noch (lit) = lidzh-s,
wTTR: (lid-hhis) u. s. w. in denen überall der explosive Bestandtheil
d der Lautgruppe dzh steckt, abgesehen davon, dass
aus lizh-ta— im Altindischen nicht lidha—, sondern liSta— (TFT^)
hätte werden müssen.
Gleichwie bei g im Altbaktrischen, Litauischen und Slavischen
bereits die dritte Phase z, z uns entgegengetreten ist,
Altindisches vertritt also gh, gh, dh (gudh, rudh), dh (nadh), bh (grbh).
d. h. sämmtliclie fünf tönende Aspiraten.