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Mulle r.
In den eränischen Sprachen ist eine Assimilation des
zweiten Bestandteiles s an den ersten Bestandteil t eingetreten,
wodurch aus ts = ts entstand. 1 Nach der gleichwie im Indischen
vor sich gegangenen Verflüchtigung des explosiven Elementes
t, ging aus dem Doppellaute ts der einfache Laut s
(altbaktr. *>) hervor. Darnach ist eränisches 33 nicht direct auf
altindisches zu beziehen; beide erklären sich nur, wenn man
auf den beiden zu Grunde liegenden, ursprünglichen Laut ts
zurückgeht.
In demselben Verhältniss wie altindisches ST zu altbaktrischem
33 steht litauisches sz (s) zu altslavischem s, deren Entstehung
mithin auf ganz gleiche Weise zu deuten ist.
Gleichwie nun aus U successive ts und s sich entwickelt
haben, muss aus g zunächst dz, dann endlich z hervorgegangen
sein.
Dabei zeigt sich ein wesentlicher Unterschied der Entwicklung
des g von jener des U auf altindischem Gebiete.
Wir haben gesehen, dass bei Ti neben k der Laut s den
regelmässigen Vertreter desselben bildet und von der Mittelstufe
ts sich blos einzelne Spuren nachweisen lassen. Bei g
dagegen können wir neben g blos dz nachweisen, dagegen gar
keinen Beweis für die Existenz des durch s als dessen Tönende
geforderten z erbringen. 2 — Anzunehmen dass in «ff zwei Laute
stecken, nämlich dz und z blos zu dem Zwecke, um die Existenz
des durch das s geforderten z zu retten, scheint uns sehr
misslich, da die Sprache, wenn sie ein z besessen hätte, es
gewiss in der Schrift unterschieden haben würde und auch
den Grammatikern die Zusammengehörigkeit dieses z mit s
gewiss nicht entgangen wäre.
Vergleicht man altind. T7T mit sf, so sieht man, dass ST
vor allen vocalischen, halbvocalischen und nasalen Suffixen
bildet Nom. sing, dadhrtc, Instrum. plur. dadhrgbhis, Locat. plur. dadhrlcsii,
welche Formen blos von dadlirs (—dadhrtc) aus erklärt werden können.
1 Vgl. weiter unten das über das armenische </ Bemerkte.
2 visva-srg ,das All erschaffend 1 von srej (sarg part. pfeti. pass, srsta—, altbaktr.
harez) lautet im Nom. singul. neben vUva-srtc auch visva-srt visoa-srdz-x),
Instrum. plur. visva-srd-bhis (= oisva-srdz-bhiis), Locat. plur. visva-srf.-su
(— vtiva-srdz-su), welche Formen nur von visva-srdz— aus, nicht aber
von visva-srz- aus begriffen werden können.