Die Idee des deutschen Erbreichs und die ersten Habsburger.
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konnte. 1 An ähnliche Pläne, wie die ersten Habsburger sie
verfolgt, um die Erblichkeit des Reichs herzustellen, hat Heinrich
nicht gedacht, er war zu eingenommen von der Vorstellung
kaiserlicher Allmacht, um auf Aehnliches einzugehen, auch
wenn die Verhältnisse es ihm nahegelegt hätten. 2
Was die Habsburger nach Albrechts Tode gar nicht
versucht haben, nach Heinrichs Tode haben sie es gethan, das
Anrecht ihres Hauses auf die deutsche Krone geltend zu machen
sich bemüht. Anfangs schien es, als sollten sie Erfolg haben,
die Verhandlungen, die besonders der energische Leopold
führte, nahmen guten Verlauf. Schliesslich aber sind sie doch
gescheitert. Die Gegner hatten Anfangs den Sohn des verstorbenen
Kaisers, der die böhmische Königskrone trug, als
Candidaten. Als sie die Unmöglichkeit einsahen, seine Wahl
durchzusetzen, haben sie schliesslich ihrer negativen Parole
,keinen Habsburger' so viel Anhang gewonnen, dass die Doppelwahl
des Bayern Ludwigs und Friedrichs von Oesterreich das
Endergebniss war.
Es folgt nun in Deutschland eine Zeit, wo das schwache
Königthum in der Hand eines schwachen Herrschers wie Ludwig
neben dem Streit mit dem habsburgischen Gegner von Neuem
einen erbitterten Kampf mit dem Papstthum auszufechten
hat, und in diesem Kampf eine Stütze sucht an dem Collegium
der Kurfürsten. Gerade in diesen Kämpfen hat das Kurcolleg
seine Stellung so befestigt, dass seitdem Versuche zur
Umkehr zu den alten Verhältnissen, wie die ersten Habsburger
sie noch wagen konnten, wenig Aussicht zum Gelingen
1 Pöhlmann Der Römerzug Kaiser Heinrich VII, Göttingen 1875.
2 Es haben unter Vermittlung Clemens V. Verhandlungen stattgefunden
zwischen Heinrich VII. und Frankreich über die Abtretung des arelatischen
Reichs an letzteres, wenigstens hat nach Angabe des Mussatus
Frankreich die Forderung gestellt, aber wir wissen nichts über die
Heinrich VII. dafür etwa gebotene Compensation, s. Pöhlmann a. a. O.
S. 45, 40 ff. Robert von Neapel hat nacli dem Besitz Toseanas unter
dem Titel eines Reichsvicars getrachtet, zugleich verlangt, dass Heinrich
zum Reichsvicar in der Lombardei nur eine ihm genehme Persönlichkeit
einsetze: ibid. S. 170 ff. Von ähnlichen Plänen wie unter Rudolf
und Albreeht verlautet nichts.