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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Die  Idee  des  deutschen  Erbreichs  und  die  ersten  Habsburger.

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Erfolg  gehabt,  in  Frankreich,  Italien,  Ungarn  und  Deutschland
geherrscht  hätte,  musste  von  vornherein  den  Kurfürsten  unbequem ­
  erscheinen.  So  sind  sie  denn  wirklich  gescheitert.  1
Die  bevorstehende  Neuwahl  hatte  den  Kurfürsten  schwere
Sorgen  gemacht.  Dreimal  nacheinander  hatten  sie  sich  in  den  von
ihnen  auf  den  Thron  erhobenen  Männern  getäuscht.  Keiner  derselben, ­
  nicht  einmal  der  von  Haus  aus  so  ohnmächtige  Nassauer
hatte  sich  zu  einem  blossen  Werkzeug  ihrer  Politik  hergeben
wollen,  Albrecht  vollends  hatte  ihnen  nachdrücklich  gezeigt,
wessen  die  Krone  immer  noch  fähig  sei,  wenn  nur  der  Träger
tüchtig.  Nach  den  Erfahrungen,  die  sie  mit  Albrecht  gemacht
hatten,  scheint  von  Anfang  an  bei  den  Kurfürsten,  namentlich
den  geistlichen,  der  Entschluss  festgestanden  zu  haben,  keinen
Habsburger  zu  wählen.  Und  eben  weil  sie  wohl  von  diesem
Entschluss  unterrichtet  gewesen  sind,  haben  die  Herzoge  von
Oesterreich  gar  nichts  gethan,  um  einem  aus  ihrem  Hause  die
Krone  zu  verschaffen.  Die  Entscheidung  führten  durch  ihre
Rührigkeit  und  Energie  die  geistlichen  Kurfürsten  herbei.  Die
Erhebung  Heinrichs  von  Lützelburg  war  ein  trauriger  Sieg,
den  das  Princip  der  freien  Wahl  nach  den  vergeblichen  Versuchen ­
  der  ersten  Habsburger,  die  Erblichkeit  der  Krone  zur
Geltung  zu  bringen,  davontrug. 2  Unter  den  Bedingungen,  die
der  Graf  von  Lützelburg  auf  sich  nehmen  musste,  um  die
Krone  zu  erlangen,  ist  besonders  eine  beachtenswerth;  das
Versprechen  nämlich,  den  Kurfürsten  allen  Schaden  zu  ersetzen,
den  sie  in  ihrem  Streit  mit  König  Albrecht  erlitten  hatten.
Nicht  die  Höhe  der  dafür  gegebenen  Ansätze  —  für  Cöln
45.000  Pfund  kleiner  Tournoscn,  für  Mainz  gar  100.000  Mark
1  Heidemann  a.  a.  O.  Thomas  a.  a.  O.  Pü  hl  mann  Forschungen
z.  d.  G.  XVI,  35ß.  Bezüglich  der  Haltung  Clemens  V.  zu  den  französischen ­
  Plänen  kann  ich  Heidemann’s  Ansicht  nicht  theilen.
2  Es  erscheint  mir  bemerkenswert!],  dass  derselbe  französische  Chronist,
Johannes  a  saneto  Victore,  der  uns  die  Nachricht  gab  —  s.  oben  S.  708  n.  1
—  dass  nach  den  Abmachungen  von  Quatrevaux  das  deutsche  Reich
hätte  erblich  werden  sollen,  sagt:  Bouquet  XXI,  652:  Alberto,  regi
Alcmanniae,  per  electionem  solitam  successit  Henricus,  comes  Lueemburgi,
  iuveuis  sed  strenuus  in  armis.  Später  heisst  es  dann  zum  Tode
Heinrichs  VIT  S.  658:  Filius  autem  suus  ad  regnum  Alemanniae  fuisset
electus  quia  valens  nisi  videretur  quod  per  suc.cessionem  imperium
tractaretur.
            
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