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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

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Bubso  n.

dass  er  in  Albrechts  Weigerung  die  Ursache  sieht,  wegen
welcher  der  Papst  nun  dem  Könige  das  Recht  auf  das  Reich
bestritten  habe.  Das  Scheitern  der  Verhandlungen,  das  jedenfalls ­
  auch  die  Nichtabsendung  jenes  Briefes  an  den  Sachsen
erklärt,  1  hat  den  Papst  zu  einer  Aenderung  seiner  Haltung
Albrecht  gegenüber  bewogen.  Bisher  hatte  er  denselben  allerdings ­
  noch  nicht  anerkannt,  jedoch  auch  nichts  direct  Feindliches ­
  gegen  ihn  unternommen.  Jetzt  wird  das  anders,  am
13.  April  1301  ergeht  an  Albrecht  die  Aufforderung  durch
Bonifaz,  sich  binnen  sechs  Monaten  bei  der  Curie  zu  rechtfertigen
  wegen  seines  Hochverraths  gegen  König  Adolf,  anderenfalls ­
  er  ihn  all’  seiner  Rechte  verlustig  erklären  würde.
Auch  in  den  später  wieder  aufgenommenen  Verhandlungen  2
hat  Bonifacius  VIII.  seine  Absichten  auf  Toscana,  wo  er  inzwischen ­
  nach  jener  unter  Clemens  IV.  zuerst  aufgestellten
Theorie,  dass  dem  päpstlichen  Stuhl  bei  Erledigung  des  Kaiserthums ­
  obliege,  im  Zeitlichen  für  dasselbe  zu  sorgen,  den  Grafen
Karl  von  Valois  zum  Friedensschützer  ernannte, 3  ohne  Zweifel
festgehalton.  Aber  Albrecht  bewies  sich  zäher  als  einst  sein
Vater  bezüglich  der  Romagna,  Bonifacius  hat  ihm  Toscana  als
Preis  für  die  Anerkennung  nicht  abzugewinnen  vermocht.
Albrecht  hat  der  ausgedehnten  Vollmacht,  die  er  seinen  Gesandten, ­
  ihn  dein  Papst  gegenüber  zu  verpflichten,  ortheilte,
offenbar  mit  Rücksicht  auf  die  ihm  bekannten  Gelüste  des
Papstes  die  Clausei  beigefügt,  ,ohne  Zerstückelung  des  Kaiserreichs'. ­
  1  Der  Papst,  allianzbedürftig  wegen  der  Gestaltung

1  Dabei  erinnere  ich  au  das,  was  Ficker  a.  a.  O.  Ii,  463  n.  6,  betont:
Es  ist  doch  möglich,  dass  der  Brief  schon  damals  deshalb  nicht  abgeschickt
  wurde,  weil  man  nachträglich  fürchtete,  damit  zu  weit  zu  gehen.
2  Ko  pp  a.  a.  0.  III,  2  S.  118  ff.  Zn  den  urkundlichen  Nachrichten
kommen  besonders  hinzu  die  verschiedenen  Notizen  in  den  Colmarer
Quellen:  Ann.  Colmar,  maior.  a.  a.  O.  S.  226.  228  zu  1302,  S.  220  zu
1303,  Chron.  Colmar,  a.  a.  O.  S.  269  zu  1302  und  1303.
3  Kopp  a.  a.  O.  III,  2  S.  120  n.  4.  Dass  Bonifacius  liier  sich  auf  dem
Standpunkt  Clemens  IV.  und  nicht  auf  dem  seiner  eigenen  in  dem  Brief
an  den  Sachsen  entwickelten  Theorie  befindet,  zeigt  namentlich  die  Valois
vorgeschriebene  Bedingung,  dass  er  das  Amt  niederzulegen  habe,  wenn
es  einen  von  der  römischen  Kirche  anerkannten  Kaiser  oder  König  geben
werde.  Vgl.  Ficker  a.  a.  O.  II,  463.
4  Urkunde  vom  27.  März  1302:  Kopp  a.  a.  O.  III,  1  S.  318  Nr.  33.
            
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