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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Die  Idee  des  deutschen  Erbreichs  und  die  ersten  Habsburger.

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und  für  sich  zustehe,  Toscana  wieder  an  die  Kirche  zurückzunehmen. ­
  1  Fraglich  kann  allenfalls  nur  sein,  ob  dies  Formular
dem  König  gleich  schon  während  der  ersten  Verhandlungen,
oder  erst  im  Verlauf  der  später  wieder  aufgenommenen  übersendet ­
  ist.  Dass  aber  die  Forderung  der  Abtretung  Toscanas,
abgesehen  auch  von  dieser  urkundlichen  Formulirung,  an  den
König  jedenfalls  schon  während  der  ersten  Verhandlungen
im  Jahre  1300  gestellt  worden  ist,  lehrt  die  Erzählung
des  Johann  von  Winterthur.  Nach  ihr  -  hätte  der  Papst  dem
König,  der  sich  damals  zu  Colmar  befunden  habe  —  hier
weilte  Albrecht  nachweislich  Ende  März  1300 3  —  durch  zwei
Minoriten  das  Ansinnen  stellen  lassen,  ihm  die  Romagna,  wie
Johann  irrthümJich  sagt,  abzutreten.  Der  König  aber  habe  nach
reiflicher  Berathung  dem  Papst  entgegnet,  es  stehe  ihm  nicht
zu,  Reichsgut  zu  entfremden,  es  sei  denn,  der  Papst  biete  ein
besseres  oder  gleichwcrthiges  Gebiet  zum  Tausche  an.  1  Der
Papst  habe  darauf  nochmals  dieselben  Boten  an  den  König
zurückgeschickt,  nunmehr  mit  Drohungen,  er  werde  ihm,  wenn
er  endgültig  das  Verlangte  verweigere,  die  Anerkennung  und
die  Kaiserkrone  vorenthalten,  Albrecht  aber  darauf  mit  scharfen
Worten,  namentlich  mit  einem  bitteren  Hinweis  auf  die  Art
und  Weise,  wie  Bonifaz  zum  Papstthum  gelangt  sei,  entgegnet. 5
Wenn  Johann  berichtet,  dass  die  Verhandlungen  nur  von  Seite
des  Papstes  durch  Boten,  von  Albrecht  aber  blos  mündlich  und
brieflich  geführt  seien,  so  ist  dem  gegenüber  daran  zu  erinnern,
dass,  wie  uns  anderweitig  gemeldet  wird,  auch  Albrecht  in
diesem  Jahre  einen  Boten  nach  Rom  geschickt  hat,  ohne  Zweifel
zu  Verhandlungen  in  dieser  Angelegenheit. 0  Auch  kann  es
fraglich  erscheinen,  ob  gerade  alle  Einzelheiten  in  Johanns
Bericht  Glauben  verdienen.  Darin  aber  hat  er  jedenfalls  Recht,
1  Ficker  Forschungen  II,  463.
2  Johannes  Vitoduranus  ed.  Wyss  S.  44.
3  Ann.  Colm.  maior.  a.  a.  0.  S.  225.
4  Dazu  bemerkt  Ficker  a.  a.  O.  II,  463:  Ist  das  genau,  so  könnte  er
an  einen  Austausch  der  Romagna  gegen  Tuscien  gedacht  haben.
5  Johannes  Vitoduranus  a.  a.  O.  S.  45.
6  Diesen  anderweitig  nicht  bekannten  Umstand  berichten  die  Arm.  Colm.
maior.  a.  a.  O.  Ö.  225  zu  1300:  Dominus  Albertus  rex  misit  dominum
Petrum  episcopum  Basiliensem,  medicum,  Romain  ut  negotia  quedam
neeessaria  procuraret.
            
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