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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Die  Idee  des  deutschen  Erbreichs  und  die  ersten  Habsburger.

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fürstlicher  Seite  vertretene  Auffassung  zum  Ausdruck  bringen.
Um  aber  nicht  ungerecht  gegen  die  Kurfürsten  zu  sein,  muss
man  daran  erinnern,  dass  Frankreich  für  seine  guten  Dienste
von  Albrecht  vielleicht  auch  noch  mehr  verlangt  hat  als  das
Arelat.  Französische  Zeitgenossen  haben  auch  verzeichnet,  dass
Albrecht  mit  Zustimmung  der  Prälaten  und  Grossen  Deutschlands ­
  auf  der  Zusammenkunft  zu  Quatrevaux  Frankreich  anstatt
der  Maas  den  Rhein  als  Grenze  bewilligt  habe  1  —  als  Thatsache
  gemeldet,  ein  Irrthum,  aber  wohl  ein  guter  Fingerzeig,
wohin  die  frommen  Wünsche  Frankreichs  zielten.
Die  geistlichen  Kurfürsten  haben  ihre  Opposition  sehr
radical  gemacht,  sie  haben  von  Anfang  an  allen  Abmachungen
zwischen  Albrecht  und  Philipp,  auch  den  relativ  unschuldigen
Präliminarien  für  die  Heirat  ihre  Zustimmung  verweigert,  um
dadurch  allen  weiteren  Consequenzen  vorzubeugen.
Alle  die  zeitgenössischen  Berichterstatter,  deren  Nachrichten ­
  ich  im  Vorigen  anzog,  bringen  in  unmittelbarer  Verbindung ­
  mit  diesen  zu  Quatrevaux  zwischen  Albrecht  und  einigen
der  Kurfürsten  entstandenen  Misshelligkeiten  den  Ausbruch
des  offenen  Kampfes  zwischen  dem  König  und  den  rheinischen
Kurfürsten. 2  Das  ist  kaum  richtig;  gerade  der  Erzbischof  von
Mainz,  der  uns  als  der  schroffste  Wortführer  gegen  den  König
geschildert  wird,  hat  noch  lange  nach  der  Zusammenkunft  von
Toul  seine  Beziehungen  zu  Albrecht  nicht  abgebrochen. 3  Aber
in  dem  Irrtlmm  der  Geschichtschreiber  liegt  doch  auch  ein  gut
Theil  Wahrheit.  Denn  dass  in  der  Kurfürstenfehde,  in  der
Albrecht  mit  einer  Energie,  deren  man  das  geschwächte  deutsche
Königthum  gar  nicht  mehr  hätte  fähig  halten  sollen,  im  Handumdrehen, ­
  besonders  Dank  seiner  klugen  Benutzung  des
1  Continuatio  chronici  Girardi  de  Fracheto  Bouquet,  XXI,  17:  Albertus
•  rex  Romanorum  et  Philippus  rex  Franciae  circa  adventura  domini  apud
Vallem-Coloris  insimul  congregati  antiqua  utriusque  regni  foedera  ad
invieem  conflrmarunt;  ubi  annuentibus  Alberto,  baronibus  et  praelatis
regni  Theutonici  concessum'est,  quod  regnum  Franciae,  quod  soluinmodo
usque  ad  Mosam  fluvium  illis  in  partibus  se  extendit,  de  cetero  nsque
ad  Rethnum  fluvium  potestatis  suae  terminos  dilataret.  S.  auch  Boutaric
a.  a.  0.  S.  399.
2  So  Ottokar  von  Steyer  Pez  III,  662  cap.  710.  Chronicon  Sanpetrinum
a.  a.  O.  S.  111.  Continuatio  Viiulobonensis  M.  G.  Ser.  IX,  721.
3  Noch  am  7.  Juli  1300  bezeugt  er  Albrechts  Urkunde.  Regg.  Nr.  299.
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