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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Die  Idee  des  deutschen  Erbreichs  und  die  ersten  Habsburger.

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wird,  das  volle  Sicherheit  für  die  hier  berührten  Fragen  bieten
könnte,  weil  es  mir  fraglich  erscheint,  ob  man  gerade  über
besonders  wichtige  Fragen  bereits  bis  zur  urkundlichen  Punctation
  des  Einzelnen  gelangt  ist.  Nicht  einmal  Vermuthungen,
die  einen  gewissen  Anspruch  auf  Probabilität  erheben  können,
lassen  sich  über  so  wichtige  Fragen  aufstellen,  wie  die,  welche
Cooperation  Rudolf  für  die  Verleihung  des  Reichs  Arelat  vom
Hause  Anjou  erwartete  zur  Begründung  der  Erbmonarchie  in
Deutschland.  Aber  für  die  Hauptsache,  dafür,  dass  jener
von  Ptolomäus  von  Lucca  berichtete  Reichstheilungsplan  mehr
war  als  eine  müssige  Combination  dieses  Autors,  dass  er  thatsächlich
  von  Nicolaus  III.  und  Rudolf  betrieben  worden  ist,
dass  insbesondere  die  Begründung  eines  deutschen  Erbreichs
ein  ernst  erstrebtes  Ziel  Rudolfs  und  seiner  Staatsmänner  gewesen ­
  ist,  dafür  glaube  ich  eine  ziemliche  Wahrscheinlichkeit
erwiesen  zu  haben.  Man  muss  doch  auch  beachten,  ein  wie
höhet  Grad  innerer  Wahrscheinlichkeit  der  Nachricht,  dass
Rudolf  sich  um  die  Erblichkeit  des  Reichs  bemüht,  zukommt.
Es  wurde  früher  auf  die  Gründe  hingewiesen,  die  in  Deutschland ­
  an  Stelle  der  factisch  bestehenden  Erblichkeit  des  Reichs
die  Ausbildung  des  Wahlprincips  in  cras'sester  Weise,  die
Oligarchie  weniger  allein  wahlberechtigter  Fürsten,  die  mit
dem  ausschliesslichen  Recht  der  Wahl  auch  andere  Prärogative
für  sich  beanspruchten,  herbeigeführt  hatten.  Aber  so  fest  ausgebildet, ­
  dass  sie  nicht  mehr  zu  beseitigen  gewesen  wären,
waren  diese  Dinge  nicht  —  es  genügt  zu  erinnern  an  die
Streitigkeiten  über  die  Führung  der  siebenten  Stimme  unter
Rudolfs  Regierung.  Da  lag  doch  eine  Lockung  der  allerstärksten
Art  vor,  diese  noch  unausgebildete,  wenigstens  noch  nicht
formell,  durch  ein  Rcichsgesetz  anerkannte  Entwicklung  rückgängig ­
  zu  machen,  um  die  früheren,  keineswegs  schon  vergessenen ­
  Zustände  und  damit  auch  in  Deutschland  das  herzustellcn,
  dessen  sich  die  andern  Reiche  Europas  zu  ihrem
grössten  Nutzen  erfreuten.
Und  wirklich  hat  denn  das  Ziel,  das  Rudolf  erstrebte,
trotz  der  vollständigen  Niederlage,  die  er  erlitt,  die  besiegelt
wurde  durch  die  Wahl  des  ohnmächtigen  Grafen  von  Nassau,
ihn  überdauert.  Sein  Sohn  Albrecht  hat  allem  Anschein
nach  dasselbe  Ziel  während  seiner  Regierung  zweimal  auf
            
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