Die Idee des deutschen Erbreielis und die ersten Habsburger.
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Allem Anschein nach bewegt sich mit diesem Festhalten
an der sicilischen Freundschaft Rudolfs Politik auf verfehlten
Bahnen. Nach sicheren Anzeichen, besonders nach jener unaufrichtigen
Empfehlung der Boten Rudolfs an die Toscaner, 1
trieb Karl Rudolf gegenüber unehrliches Spiel, und man sollte
meinen, die deutschen Staatsmänner hätten einsehen müssen,
dass ohne den Hochdruck, den die Politik Nicolaus III. auf
den sicilischen König ausgeübt, von demselben nichts Ehrliches,
dem deutschen Interesse Dienliches zu erwarten war. Ob es
sich auch hier nebenbei wieder um die nach Nicolaus III. Tode,
wie früher ausgeführt wurde, nicht aufgegebene arelatische
Angelegenheit gehandelt hat, lässt sich nicht entscheiden. Hinweisen
will ich darauf, dass Bischof Heinrich von Basel, dessen
besondere Bedeutung für diese Sache ich oben darlegte, in der
Zeit, da diese Zusammenkunft stattgefunden haben muss, sich
an Rudolfs Seite befand, 2 dass er am 20. April, an welchem
Tage er vom König einen Gunstbrief mit schmeichelhafter
Anerkennung seiner Verdienste erhielt, 3 von Pruntrut aus
als Reichsbeamter nach Italien gesendet wurde, versehen mit
jenem bereits erwähnten Empfehlungsschreiben, das den Bischof
als des Königs rechte Hand, als den Vertrauten aller Geheimnisse
von Rudolfs Herzen einführt. 4 Auf der Reise, die
Heinrich kraft solcher Sendung antrat, hat er nichts Grosses
erzielt. Nach Abschluss eines Vertrages mit Como ist er nach
Deutschland heimgekehrt, aber nur, um bald abermals nach
Italien zu gehen. Diesmal hat er mit den Visconti, die ihren
Gegnern, den Torriani, die Herrschaft über Mailand entrissen
hatten, verhandelt, so hinarbeitend auf die Verbesserung eines
alten Fehlers der Politik seines Königs. 0
Die Lage Italiens änderte sich wieder zu Gunsten König
Rudolfs mit dem Tode Martins IV. am 29. März 1285. —
den Heller a. a. O. S. 151 verwerthet hatte, um eine Zusammenkunft
Rudolfs mit Philipp von Frankreich 1274—1275 wahrscheinlich zu machen.
Trotzdem in dem Brief steht rex Franciae und nicht rex Siciliae sind
Scheffer’s Ausführungen durchaus überzeugend.
1 Oben S. 679.
2 Regg. Rud. Nr. 744. 747.
3 Regg. Rud. Nr. 747, s. oben S. 669
4 Regg. Rud. Nr. 1200, s. oben S. 669.
5 Das Nähere bei Kopp Reichsgeschichte II, 3 S. 256 ff.