Die Idee des deutschen Erhreiclis und die ersten Habsburger.
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für die Reichsboteu verwendet — er aber in so zweideutigen
Ausdrücken, dass zwischen den Zeilen zu lesen war, ihm sei
das Gegentheil seines Ersuchens lieber. 1 Der Papst hat dann
noch einmal für den Reichskanzler Rudolf als Reichsvicar in
Toscana gesprochen. Nennenswerthes zur Wahrung der Reichsrechte
hat derselbe nicht erreicht. 2
Sonst hat Martin IV. während seiner ganzen Regierung
mit Rudolf gar keinen Verkehr unterhalten. 3 Um so eifriger
bewies sich dagegen der Papst, wieder einzulenken in die von
Nicolaus III. verlassenen Bahnen, namentlich die Macht Karls
von Anjou ausserhalb der Grenzen des Königreichs Sicilien zu
vermehren. So übertrug er die ihm selbst von den Römern
verliehene Senatur von Neuem an den König von Sicilien, 4
beförderte lebhaft, auch hier im directen Gegensätze zu
Nicolaus III., dessen Pläne gegen den Osten, wofür ihn umgekehrt
Karl mit Truppen für die Durchführung der kirchlichen
Herrschaft in der Romagna unterstützte. Der hierselbst von
Nicolaus III. bestellte Rector Berthold Orsini hatte noch 1280,
nachdem ihn der Tod seines päpstlichen Verwandten des Rückhalts
beraubt hatte, seinen Posten verlassen. 5 Es hat viel Anstrengung
und Blut gekostet, bis in dieser neuesten Erwerbung
der Curie, deren Aufopferung Rudolf bei Nicolaus III. vorzeitigem
Tode nicht die wahrscheinlich erhofften Früchte trug,
ihre Herrschaft zur Anerkennung gebracht war. 6
Störend und hemmend griff daun ein in dies einträchtige
Zusammenwirken des Papstes und Karls von Anjou die sicilische
Katastrophe. In Reichsitalien hat die Erhebung der
Insel nur verhältnissmässig schwach nachgezuckt in Folge ein-1
Kopp a. a. O. II, 3 S. 187 und n. 2, 3.
2 Kopp a. a. 0. II, 3 S. 190.
3 Nach einer Anführung Raynald’s hätte er dem römischen König oinmal
einen Einsammler des Kirchenzehnten für das heilige Land empfohlen:
s. Kopp a. a. 0. II, 3 S. 203 n. 2.
1 Kopp a. a. O. II, 3 S. 205 ff.
5 Kopp a. a. O. II, 3 S. 207.
8 Von der grossen Niederlage der Eranzosen in I'orli, aus dem er gut
alemannisch ein ,Fürlingin‘ macht, hat auch der Colmarer Dominikaner
gehört, Ann. Colm. a. a. O. S. 209: In Lombardia cives civitatis Fürlingin
occiderunt de inimicis suis 1700 clipeatos, preter alios, qui armis gravibus
utebantur.