Die Idee des deutschen Erbreichs und die ersten Habsburger.
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Reichsitalien gegeben werden sollte, möchte ich annehmen nach
der Art und Weise, wie Rudolf später gerade auf ihn gerechnet
zu haben scheint. Volle Klarheit wird man schwerlich je über
diese Dinge gewinnen. Wir haben freilich noch nicht alles
urkundliche Material, das Aufschluss bieten könnte — so z. B.
kennen wir von vier nach ihren Anfangsworten citirten päpstlichen
Urkunden, die Nicolaus in seiner Instruction für seinen
Gesandten, den Bischof von Tripolis, in bestimmter Reihenfolge
zu übergeben befiehlt, nur eine einzige. 1 Aber es scheint mir
fraglich, ob gerade die wichtigsten und auch heikelsten Fragen
bereits urkundlich fixirt waren, ob man nicht eher Vieles der
Erledigung durch vertrauliche mündliche Verhandlung überlassen
hat. Namentlich einem päpstlichen Legaten, dessen
Entsendung nach Deutschland Rudolf von Nicolaus III. begehrte
und zugesichert erhielt, 2 mag in dieser Richtung eine bedeutende
Rolle zugedacht gewesen sein.
Papst Nicolaus III. starb mitten in seiner rastlosen
politischen Thätigkeit. Allen unerwartet wurde der kräftige
und rüstige Mann am 22. August 1280 vom Tode dahingerafft.
Sein Tod musste verhängnissvoll werden für das grosse Werk,
das er unvollendet lassen musste. Das hat man in Deutschland
allem Anscheine gleich eingesehen. Während Rudolf den von
Nicolaus III. noch zum Abschluss gebrachten Theil der politischen
Verhandlungen, nämlich die Herstellung eines geregelten
modus vivendi mit dom Anjou vollkommen ausführt,
also namentlich seine Tochter Clementia nach Italien geleiten
lässt zum Vollzug der Ehe mit Karl Marteil von Anjou, sehen
wir ihn zugleich heraustreten aus der Reserve, die er sich bisher
bei Lebzeiten Nicolaus III. bezüglich Toscanas auferlegt hatte
— den Hofkanzler Rudolf und den Bischof von Gurk, welche
den Auftrag erhielten, die Prinzessin Clementia nach Italien
zu führen, ernannte er zugleich zu Reichsvicaren in Toscana. 3
Wenn er aber so auch in diesem einen Punkte nicht mehr auf
dem Boden des dargelegten Gesammtplans steht, so hat er
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1 Von den in der Urk. ICopp Reichsgeschichte II, 3 S. 333 — s. oben
S. 655 n. 1 — angeführten Stücken ist der Brief: In aliis identisch mit
Potthast Nr. ‘21334.
2 Kopp Reichsgeschichte I, 307 n. 3.
3 Kopp Reichsgeschichte II, 3 S. 184 n. 1.
SitzongBber. d. phil.-hist. CI. LXXXVIII. Bd. III. Hft.
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