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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Die  Idee  des  deutschen  Erbreichs  und  die  ersten  Habsburger.

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besonderen  günstigen  Umständen  Hessen  sich  für  die  weltlichen
Kurfürsten  eher  Concessionen  ausfindig  machen,  durch  die  sie
bewogen  werden  konnten,  auf  ihr  Wahlrecht  zu  verzichten,  als
das  bei  den  nicht  so  wie  die  weltlichen  durch  Familieninteressen
geleiteten  geistlichen  Kurfürsten  der  Fall  war.  Es  fehlt  an
allen  sicheren  Anhaltspunkten  dafür, 1  ob  und  wie  Rudolf  den
Versuch  gemacht  hat,  die  Kurfürsten  in  Güte  für  den  Plan  zu
gewinnen.
Dagegen  will  es  scheinen,  als  ob  er  und  Nicolaus  III.  an
radicalere  Maassregeln  gedacht  hätten,  den  Plan  des  deutschen
Erbreichs  nöthigenfalls  über  die  Köpfe  der  Kurfürsten  weg
durchzusetzen.
In  den  von  den  weltlichen  Kurfürsten,  dem  Pfalzgrafen
Ludwig  bei  Rhein,  dem  Markgrafen  Otto  von  Brandenburg
einzeln,  den  Brüdern  Johann  und  Albert  von  Sachsen  gemeinsam ­
  nach  Nicolaus  III.  Wunsch  gegebenen  Willebriefen
zu  der  von  Rudolf  der  römischen  Kirche  ertheilten  Bestätigung
aller  von  seinen  Vorgängern  am  Reich  gemachten  Schenkungen
findet  sich  am  Eingang  eine  merkwürdige  Stelle,  in  der  klar
und  deutlich  der  Gedanke  zum  Ausdruck  gebracht  wird,  dass
den  deutschen  Fürsten  das  Wahlrecht  von  der  römischen  Kirche
verliehen  worden  sei. 2  Die  Form  der  zu  ertheilenden  Wille-1

  Die  am  9.  Sept.  1279,  Keg-g.  Kud.  504,  Albert  von  Sachsen  und  den
Markgrafen  von  Brandenburg  überlassene  Verwaltung  der  Reichsgiiter
in  Sachsen  kann  doch  als  eine  Concession  der  Art  nicht  angesehen  werden.
2  Complectens  ab  olim  sibi  liomana  mater  ecclesia  quadam  quasi  germana
caritate  Germaniain,  illam  eo  terreno  dignitatis  nomine  decoravit,  quod
est  super  omne  nomen  temporaliter  tantum  presidentium  super  terram,
plantans  in  eo  principes  tanquam  arbores  preelectas,  et  rigaus  ipsas
g'ratia  singulari,  illudillis  dedit  inerementum  mirande  potentie,
ut  ipsius  ecelosie  autoritate  suffulti  velut  germeu  electum  per
ipsorum  electionem  illum,  qui  frena  Romani  teneret  imperii,  germinarent
  —  so  in  allen  an  verschiedenen  Tagen  ausgestellten  Eimielwillebriefen ­
  bei  Kopp  Reicbsgeschichte  III,  1  S.  295,  Theiner  Cod.  dipl.  I,
247.  248.  Der  Willebrief  Ottos  von  Brandenburg  ist,  da  das  Datum,  II.
id.  Sept,,  stimmt,  unfraglich  identisch  mit  dem  von  Dudik  Iter  Romanum
  I,  31  aus  dem  Codex  der  Vallicellana  B  12.  saec.  XV  im  Auszug
mitgetheilton:  Instrumentum  Octonis  d.  g.  marebiouis  Brandenburgensis
et  electoris  s.  imperii  testifieans  Germanos  habere  imperii  et  eleetorum
eius  iura  a  s.  Romana  ecclesia  et  eonfirmare  omnia  privilegia  ipsi
ecclesiae  concessa.
            
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