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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 88. Band, (Jahrgang 1877)

Die  Idee  des  deutschen  Erbreichs  und  die  ersten  Habsburger.

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unanfechtbarer  Rechtsansprüche  solche  Opfer  zu  bringen  sich
entschlossen  hätten  —  besonders  dem  rechtlich  für  diese  Frage
gar  nicht  in  Betracht  kommenden  König  von  Sicilien.
Der  Papst  hat  von  der  ihm  zugestandenen  Befugniss,
die  Mitgift  für  die  Prinzessin  Clementia  zu  bestimmen,  Gebrauch
gemacht,  und  das  Königreich  Arelat  dafür  ausersehen.  Nach
dem  Bericht  des  Ptolomäus  von  Lucca  bildet  die  Uebertragung
des  Arelat  an  den  Anjou  einen  integrirenden  Bestandtheil  des
von  Nicolaus  betriebenen  grossen  Planes  auf  Theilung  des
Kaiserreichs.  Man  hat  neuestens  gemeint,  das  Project  mit
dem  arelatischen  Reich  rühre  von  Karl  von  Anjou  her,  der
damit  den  ihm  unbequemen  Plan  einer  Uebertragung  desselben
an  Hartmann  als  Gemahl  der  englischen  Prinzessin  habe  paralysiren
  wollen.  Dafür  fehlt  es  an  jedem  Beweis. 1  Zugleich  aber
verkennt  diese  Vermuthung,  insoferne  sie  dem  Papst  imputirt,
dass  er  sich  für  Karls  Sonderinteresse  habe  ausnützen  lassen,
ganz  entschieden  das  wirklich  zwischen  beiden  obwaltende  Verhältniss.
  Ueberall  tritt  sonst  die  entschiedenste  Abneigung  des
Papstes  gegen  den  sicilischen  König  hervor  —  so  in  der  erzielten ­
  Beseitigung  des  in  Reichsitalien  von  Karl  ausgeübten
Einflusses,  dann  in  der  Bereitwilligkeit,  mit  der  Nicolaus  III.
die  hervorragendsten  Gegner  Karls  in  der  Lombardei  von  den
kirchlichen  Censuren  befreit, 2  nicht  minder  in  seiner  für  Karls
Absichten  höchst  unbequemen  Politik  in  den  orientalischen  Angelegenheiten, ­
 3  wegen  der  man  dem  Papst  sogar  vorgeworfen
hat,  dass  er  vom  Paläologus  durch  Geld  bestochen,  insgeheim
die  Erhebung  Siciliens  gegen  den  Anjou  gefördert  habe. 1

1  Heller  a.  a.  O.  S.  74  meint:  ,Man  würde  sehr  irren,  wenn  man  Nicolaus
für  den  Vater  dieser  Idee  hielte;  er  selbst  gesteht  zu,  dass  Karl  ihm
die  Vorschläge  eingereicht,  dass  er  auch  Einiges  zu  Rudolfs  Beruhigung
daraus  weggeschnitten,  anderes  gemildert,  und  wieder  anderes  zu  seinen
Gunsten  hinzugesetzt 1 .  Aber  Heller  übersieht,  dass  dieser  Vertragsentwurf, ­
  in  dem  übrigens  vom  Reich  Arelat  gar  nicht  die  Rede  ist,  sondern
nur  im  Allgemeinen  dem  Papst  die  Befugniss  zuerkannt  wird,  die  Mitgift
der  Prinzessin  zu  bestimmen,  vom  Papst  selbst  nach  Verhandlungen  mit
beiden  Theilen  redigirt  ist.
2  Kopp  Reichsgeschichte  II,  3  S.  169.
3  Kopp  Reichsgeschichte  II,  3  S.  225  ff.
4  Villaui  lib.  VII,  cap.  54:  e  per  moneta  che  si  disse  eh’  ebbe  dal  Paglialoco
  acconsenti  e  diede  aiuto  e  favore  al  trattato  e  rubellazione  eh’  al  re
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