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war. Karls Nachgiebigkeit wäre aber auch ohne hohen Preis
geradezu unbegreiflich. Lange genug hatte er den neuen
König in Deutschland walten sehen, um zu erkennen, dass
ihm von dieser Seite für seine Machtstellung in Italien schwerlich
Gefahr drohe. Für ihn lag ein Bedtirfniss naclj Regelung
der Verhältnisse nicht entfernt in dem Maasse vor, wie umgekehrt
für Rudolf. Auch die Frage der Belehnung mit Provence
und Forcalquier konnte Karls Nachgiebigkeit schwerlich
veranlassen — was bedeutete am Ende eine derartige Sanction
eines factisch seit so langer Zeit ganz ungestörten und unangefochtenen
Besitzes. Alle diese Dinge hatten für den König
von Sicilien unzweifelhaft nur eine ganz secundäre Bedeutung.
Das darf man nicht über dem Umstand übersehen, dass uns
gerade für diese Nebensachen ein reiches urkundliches Material
vorliegt, während solches uns für die Hauptsachen entweder
ganz fehlt, oder nur in sehr dürftigen Spuren erhalten ist.
Als Mitgift für die Clementia war das burgundische Reich,
das Reich Arelat oder Vienne bestimmt.
Der Zusammenhang des Arelat mit dom Kaiserreich war
immer nur ein sehr lockerer gewesen, lange nicht so fest wie
der Verband Italiens mit Deutschland. Nur einzelne Herrscher,
vor allem Friedrich Barbarossa, hatten sich bemüht, ihre Herrschaft
im Arelat wirksamer zur Geltung zu bringen. Bei einem
so lockeren, ja, wenigstens was grosse Theile des Arelat betrifft,
fast nur nominellen Verband desselben mit Deutschland
kann es nicht befremden, wiederholt Projecten deutscher
Herrscher zu begegnen, die auf andere Dispositionen mit diesem
Besitzthum abzielten. Es ist bekannt, wie Heinrich VI. König
Richard von England die Belehnung mit dom Arelat versprochen
hat. 1 Später hat Philipp von Schwaben durch Anbietung
des Königreichs Arelat seinen welfischen Gegner zum
Rücktritt zu bewegen gesucht,- Friedrich II. an eine Apanagirung
seines Sohnes Manfred mit demselben gedacht. 3 Auch
Rudolf hatte schon vor diesen Verhandlungen mit Nicolaus III.
1 Toeche Heinrich VI, S. 287 ff. Scheffer-Boiehorst Deutschland und
Frankreich, Forschungen z. D. G. VIII, 495.
2 Winkelmann Jahrbücher I, 424.
2 Sch irr mach er Letzte Hohenstaufen S. 14.